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München - 1860 München reagiert auf den drohenden Abstieg nun doch mit der Trennung von Trainer Benno Möhlmann. Der frühere Löwen-Profi Daniel Bierofka soll die Rettung schaffen.

Kehrtwende bei 1860 München: Der akut abstiegsbedrohte Zweitligist hat sich nun doch von Trainer Benno Möhlmann getrennt. Das gab der Verein am Dienstag bekannt.

Nun soll der unerfahrene Daniel Bierofka die Sechziger vor dem Absturz retten.

Der 37 Jahre alte Ex-Profi der Löwen besitzt allerdings nicht die nötige Trainerlizenz und arbeitet im Saisonendspurt deshalb mit einer Sondergenehmigung der Deutschen Fußball Liga. Der dreimalige Nationalspieler Bierofka wird zusammen mit dem bisherigen Torwarttrainer Kurt Kowarz die Verantwortung übernehmen.

Kreuzer: "Es fehlte der Glaube"

"Der Negativtrend der letzten Wochen hat uns zu diesem Entschluss gebracht. Letztendlich fehlte uns der Glaube daran, den Klassenerhalt in dieser Konstellation zu schaffen", sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer.

Am Montag hatte Sportchef Oliver Kreuzer Meldungen über eine Trennung von Möhlmann noch zurückgewiesen und bei SPORT1 von einer "Falschmeldung" gesprochen.

Bierofka nur für vier Spiele

Bierofka soll vorerst nur für die kommenden vier Spiele die Leitung des Teams übernehmen, für die nächste Saison soll dann ein neuer Mann kommen. 

"Daniel wird sich mit aller Kraft, seinem unbedingten Willen und seinem Löwenherz dafür einsetzen, unser Ziel zu erreichen", sagte Kreuzer zur Entscheidung für den Novizen.

Für Bierofka war seine Zusage Ehrensache. "Ich habe keine Sekunde überlegt, als Oliver auf mich zugekommen ist", sagte er.

"Wer nicht mitgeht, bekommt Probleme"

In den nächsten Tagen will er mit den Spielern malochen, um den Absturz in die dritte Liga abzuwenden: "Wir trainieren bis Sonntag hart und werden ein gutes Spiel machen." Die Mannschaft habe Charakter, jetzt müsse man auch wieder Spaß ins Team bringen, so Bierofka weiter.

Er warnte jedoch davor, dies mit fehlender Ernsthaftigkeit gleichzusetzen: "Falls jemand da nicht mitgeht, wird er Probleme bekommen. Das kann ich jetzt schon sagen."

Bierofka absolvierte 219 Profi-Spiele für 1860 und trainiert seit Februar 2015 die U21 der Sechziger in der Regionalliga Bayern. Er wollte sein Team eigentlich nicht im Stich lassen, "aber wenn Sechzig meine Hilfe braucht, bin ich der Letzte, der Nein sagt", sagte Bierofka.

Möhlmann hatte die seit Jahren krisengeplagten Löwen erst im Oktober von Torsten Fröhling übernommen.

Der 61-Jährige hatte das Unheil schon kommen sehen. "Es wird eine Veränderung geben", hatte Möhlmann am Morgen zu SPORT1 gesagt. Mit Möhlmann muss auch dessen Co-Trainer Sven Kmetsch gehen.

Kein Rückhalt im Präsidium

Bei einer Präsidiumssitzung am Montagabend hatte Möhlmann nicht mehr das Vertrauen von den Verantwortlichen ausgesprochen bekommen.

Die Löwen beschäftigen damit im dritten Jahr in Folge drei Trainer. 2013/14 waren es Alexander Schmidt, Friedhelm Funkel und Markus von Ahlen gewesen. In der vergangenen Spielzeit hatten sich Ricardo Moniz, erneut von Ahlen und Fröhling an einer Konsolidierung der Münchner versuchen dürfen.

Die Löwen hatten zuletzt aus fünf Spielen nur einen Punkt geholt und sind auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzt.

Unter Möhlmann gelangen in 20 Spielen nur fünf Siege bei elf Niederlagen und vier Remis.

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