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Willi Orban erzielte in bislang 29 Ligaspielen für Leipzig einen Treffer © SPORT1-Montage: Philipp Heinemann/ Getty Images / Imago

München - Willi Orban spielte 18 Jahre für den 1. FC Kaiserslautern. Im Sommer 2015 wechselte er zu RB Leipzig. Die FCK-Fans haben ihm das verübelt. Mit SPORT1 spricht er darüber.

Wenn der Mannschaftsbus von RB Leipzig am Montagabend die schmale Straße zum Fritz-Walter-Stadion hochfährt, dürfte der Puls von Willi Orban um einiges höher schlagen als sonst.

Kein Wunder, denn es ist das erste Mal nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zu RB im Sommer 2015, dass Orban wieder zurückkommt. Zurück an den Ort, an dem er Profi wurde. Und die Vorfreude ist groß beim 22-Jährigen vor dem Duell gegen seinen Ex-Klub (ab 19.45 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

"Natürlich ist das Spiel ein ganz besonderes für mich, schließlich habe ich 18 Jahre lang für den FCK gespielt. Ich werde auf viele alte Bekannte und Mitspieler treffen", sagt Orban im Gespräch mit SPORT1. Klar sei aber auch, "dass mit Spielbeginn keine Zeit für Freundschaften ist."

Und er fügte schmunzelnd hinzu: "Ich werde auch in die richtige Kabine abbiegen."

Kein warmer Empfang

Der Empfang durch den harten Kern der FCK-Fans dürfte kein warmer werden. Das weiß auch Orban. Viele Anhänger haben ihm den Wechsel zu RB im letzten Sommer übel genommen.

Damals sagte Orban, dass er den FCK verlassen werde, um endlich in der Bundesliga zu spielen - wenige Tage nach Saisonende wurde sein Wechsel nach Leipzig publik

"Ich kann verstehen, dass einige Fans vielleicht enttäuscht sind und entsprechend reagieren, wenn ein Spieler die Entscheidung trifft zu wechseln", erklärt Orban. Dies gehöre aber zum Profifußball. Doch er betont, dass er "immer alles für den FCK gegeben und früh Verantwortung übernommen hat".

"Sehr emotional und leidenschaftlich"

Er hat daher ein reines Gewissen und freut sich auf die hitzige Atmosphäre. "Ich rechne damit, dass der Betzenberg voll und wie immer sehr laut sein wird. Wir wollen alles versuchen, um die drei Punkte mitzunehmen. Darauf liegt unser ganzer Fokus. Über alles andere mache ich mir gar keine Gedanken. Als Profi muss man einfach auch mit unterschiedlichen Situationen umgehen können."

Im Hinspiel hatte Orban gesperrt gefehlt. Es waren schon Stimmen zu hören, er werde nun vielleicht wieder "kneifen".

Fast wäre es nämlich erneut zu einer Sperre gekommen. Umso glücklicher ist er, in Kaiserslautern auf dem Platz stehen zu können. "Auch wenn wir sehr aggressiv und offensiv verteidigen, sind mir die inzwischen neun gelben Karten auch zu viel", sagt Orban.  

Orban kneift nicht          

"Aber wenn ich auf dem Platz stehe, dann zählt für mich die einzelne Situation und der Zweikampf, den ich als Innenverteidiger gewinnen will und muss. Dass ich im nächsten Spiel fehlen könnte, schwirrt mir dabei nicht im Kopf herum und schon gar nicht, dass ich kneifen beziehungsweise dass dies jemand denken könnte."

Dazu gebe es auch "überhaupt keinen Anlass."

Nach einem knappen Jahr in Leipzig ist er überzeugt, mit dem Wechsel die richtige Entscheidung getroffen zu haben. "Ich fühle mich in der Stadt, im Verein und der Mannschaft sehr wohl. Dass sich jeder den Platz in der Startelf Woche für Woche erkämpfen muss, macht das Team, aber auch mich persönlich besser."

Den FCK hat Orban dennoch weiter im Blick. "Ich habe bei den Bambinis vom FCK das Fußballspielen erlernt, stand als Balljunge am Spielfeldrand und als Jugendlicher in der Fankurve auf dem Betzenberg - mit dem Klub verbinde ich viel Positives, und das wird auch immer so bleiben."

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