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Jos Luhukay (l.) und Olaf Janßen arbeiten zum ersten Mal im Trainerteam zusammen © Imago

Stuttgart - Im SPORT1-Interview spricht der neue Trainer des VfB Stuttgart, Jos Luhukay, über die Herausforderung beim Top-Favoriten und das Ziel Wiederaufstieg.

Wenn Jos Luhukay eins als Trainer richtig gut kann, dann ist es aufsteigen.

Borussia Mönchengladbach (2008), den FC Augsburg (2011) und Hertha BSC führte der 53-Jährige schon in die Bundesliga.

Mit seinem neuen Klub, dem VfB Stuttgart, will der Niederländer diesen Coup erneut landen. An seiner Seite ein alter Bekannter mit viel Erfahrung: Ex-Profi Olaf Janßen, der auch für Spielbeobachtung, Gegneranalyse und Spielersichtung zuständig ist. 

Auch Remy Reynierse gehört zum Trainerteam. Er arbeitete rund 20 Jahren beim niederländischen Fußballverband.

SPORT1 traf Luhukay und Janßen in Stuttgart. Im Interview äußert sich der neue Chefcoach der Stuttgarter über die Herausforderung beim großen Zweitliga-Favoriten.

SPORT1: Herr Luhukay, wie sind Sie wieder reingekommen ins tägliche Trainer-Dasein?

Jos Luhukay: Es fühlte sich gleich wieder gut und gewohnt an. Im letzten Sommer war ich zum ersten Mal zu Hause. Bis dahin war ich seit 36 Jahren ununterbrochen im Fußballgeschäft tätig. Erst beim Nachrechnen ist mir das aufgefallen. Ich hatte im letzten Jahr viel Abstand und Ruhe und nicht mehr tagtäglich Fußball im Kopf. Jetzt stehe ich wieder auf dem Platz und freue mich sehr.

SPORT1-Reporter Reinhard Franke (r.) traf sich mit Jos Luhukay (M.) und Olaf Janßen in Stuttgart zum Interview

SPORT1: Sie waren auch konkret in Hannover ein Thema. Was ist in Stuttgart besser als an 96?

Luhukay: Ich habe immer gesagt, dass ich etwas Neues mache, wenn ich zu 100 Prozent davon überzeugt bin. Mit Gladbach, Augsburg und Hertha hatte ich eine ähnliche Situation und bin mit diesen drei Klubs aufgestiegen. Gefühlsmäßig ist der VfB ein Erstligist. Hier stimmt alles: Fans, Infrastruktur, Atmosphäre. Es gibt hier gute Möglichkeiten, um wieder aufzusteigen. Das war der Hauptgrund, warum ich mich für den VfB entschieden habe. Über andere Vereine möchte ich nicht sprechen. 

SPORT1: Sie sagten zuletzt, dass es noch Bedarf auf einigen Positionen gibt. Auf welchen?

Luhukay: Auf den Außenpositionen haben wir noch Handlungsbedarf, auch im zentralen Mittelfeld. Aber wir haben noch Zeit. Wir werden uns nicht unter Zeitdruck setzen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir plötzlich ein Zweitligist sind. Das macht es schwieriger. Wenn es am Ende so läuft wie mit Simon Terodde, sind wir glücklich. Da haben beide Seiten nicht gezweifelt.

SPORT1: Der Verein hat ganz klar das Ziel Wiederaufstieg ausgegeben. Ist das eine Belastung?

Luhukay: Nein, im Gegenteil. Ich kenne diese Zielvorgabe ja aus der Vergangenheit, und das ist der Reiz für mich. Ich brauche ein klares Ziel vor Augen. Und Druck und Spannung gibt es im Fußball immer.

SPORT1: Werden Sie irgendetwas anders machen als früher?

Luhukay: Ich werde mich nicht nach der Vergangenheit richten. Natürlich habe ich eine gewisse Erfahrung, aber die Zukunft verlangt viel von mir. Eine große Veränderung ist, dass ich zwei neue Co-Trainer habe. Ich muss mich dem neuen Klub auch anpassen, um Erfolg zu haben. Nur weil wir der Topfavorit auf den Aufstieg sind, ist es nicht gesagt, dass wir es dann schaffen. Wir müssen aber die Favoritenrolle annehmen.

SPORT1: Sie sind als ruhiger Mensch bekannt. Gibt es Momente, in denen Sie wirklich ausrasten?

Luhukay: Wichtig ist, dass man die nötige Balance hat bei der Frage, ob man eher ruhiger auftritt oder auch mal aus sich rausgeht und etwas lauter auftritt. In einer Saison gibt es immer Momente, in denen man sich auch mal unberechenbarer zeigt. Ich bin Jos Luhukay, und der bleibe ich auch.

SPORT1: Sie waren zuletzt Trainer und Sportchef in Personalunion. Wie glücklich sind Sie, dass mit Jan Schindelmeiser wenn auch für viele eine überraschende Lösung als neuer Sportchef präsentiert wurde?

Luhukay: Es ist gut und wichtig, dass jetzt alle relevanten Positionen im sportlichen Bereich besetzt sind. Mit dem Trainingslager in Grassau am Chiemsee beginnt die heiße Phase der Vorbereitung, umso wichtiger ist es, dass die Zuständigkeiten klar geregelt sind.

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