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1. FC Nuernberg v TSV 1860 Muenchen - Second Bundesliga
Sascha Mölders (l.) feiert seinen Treffer für 1860 München gegen Nürnberg © Getty Images

Nürnberg - Das Bayern-Derby bringt eine spektakuläre erste Hälfte mit vielen Offensivaktionen, dann wird es ruppiger - 1860 nutzt einen Platzverweis blitzschnell zur Entscheidung.

1860 München hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren und den Anschluss an die Spitzenplätze der 2. Fußball-Bundesliga geschafft. Die Löwen gewannen am Montagabend zum Abschluss des vierten Spieltages 2:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg  und stehen mit nun sieben Punkten auf Rang sechs (Der Ticker zum Nachlesen).

Sascha Mölders (11.) und Michael Liendl (79.) trafen für die Gäste, Nürnberg kam durch Tim Matavz (17.) nur zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Der Club steht mit nur zwei Zählern auf dem vorletzten Platz (Statistik zum Spiel).

Für Club-Trainer Alois Schwartz hat die Situation auch mit der Erwartungshaltung zu tun. "Auf der psychologischen Seite sieht man, dass der Relegationsplatz (aus der vergangenen Saison, Anm. d. Red.) Erwartungen schürt", sagte der Coach bei SPORT1.

Mölders: "Bessere Mannschaft hat gewonnen"

Torschütze Mölders war mit der Leistung der Münchner zufrieden. "Wir haben es heute ganz gut gemacht. Ich glaube, dass heute die bessere Mannschaft gewonnen hat. Wir freuen uns über jeden Punkt und sind glücklich, dass wir sieben Punkte haben. Wenn wir so spielen wie heute, brauchen wir vor keinem Gegner Angst haben", sagte der 1860-Angreifer bei SPORT1.

Die Partie entwickelte sich vor 30.635 Zuschauern schnell zu einem offenen Schlagabtausch, was allerdings vor allem individuellen Fehlern geschuldet war. Mölders, der zuletzt wegen seiner Trainertätigkeit beim Landesligisten SV Mering in der Kritik gestanden hatte, brachte die Gäste nach Vorarbeit des ehemaligen Bayern-Stürmers Ivica Olic in Führung (Die Tabelle der 2. Liga).

Der 36-jährige Olic entwischte dem 19 Jahre alten Lukas Mühl. Schwartz beurteilte die Leistung seines Verteidigers kritisch. "Da hat er sich etwas dumm angestellt. Wir haben die Anfangsphase verschlafen, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen."

Nürnberg spielt angriffslustig

Nur sechs Minuten später glich der vom FC Augsburg ausgeliehene Matavz in seinem ersten Spiel für den Club mit einem sehenswerten Distanzschuss aus. "Dass Matavz einen guten Abschluss hat, das wissen wir. Da waren wir richtig präsent. Eine Minute später hätten wir noch ein Tor machen können", sagte Club-Trainer Schwartz zu der Situation.

Und die Nürnberger zeigten weiter eine gute Angriffsleistung. Nach rund einer halben Stunde hatte Edgar Salli die Nürnberger Führung auf dem Fuß, traf jedoch nur den Pfosten (Spielplan der 2. Liga).

Nürnberg verliert in Unterzahl die Übersicht

Die zweite Hälfte war über weite Strecken nicht hochklassig, beide Teams machten weiter zu viele Fehler im Spielaufbau. Nürnberg musste die letzten 20 Minuten allerdings auf Stürmer Guido Burgstaller verzichten, der nach einem Griff ins Gesicht seines Gegenspielers die Gelb-Rote Karte sah (73.).

Für Nürnbergs Trainer keine gute Entscheidung des Schiedsrichters. "Wenn man mal genau hinguckt, da geht kein Arm Richtung Gesicht. Da muss man sich richtig sicher sein, wenn ich Gelb-Rot gebe. Das ist spielentscheidend", beschwerte sich Schwartz. 

Auch aufgrund der Überzahl drückte 1860 in der Schlussphase mehr auf den Sieg und wurde durch Liendls sehenswerten Treffer mit dem ersten Sieg in Nürnberg seit Mai 2003 belohnt.

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