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Hannes Wolf beerbt beim VfB Stuttgart den geschassten Jos Luhukay als Cheftrainer. Wolfs Ex-Schützling Kevin Großkreutz freut sich über die Verpflichtung.

Der VfB Stuttgart hat einen neuen Trainer gefunden. Wie die Schwaben am Dienstagabend bekannt gaben, wird Hannes Wolf Nachfolger des zurückgetretenen Cheftrainers Jos Luhukay.

Wolf, der bisher als U19-Trainer von Borussia Dortmund beschäftigt war, erhält nach SPORT1-Informationen einen Vertrag bis 2018.

Nach der Partie der Schwaben gegen Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (2:0) bestätigte Premieren-Torschütze Kevin Großkreutz die Verpflichtung Wolfs bereits indirekt.

Auf seinen ehemaligen Coach in Dortmund angesprochen, sagte Großkreutz bei SPORT1:"Ich kenne ihn sehr gut, er ist ein super Trainer. Es werden sich sicher mehr Leute in Stuttgart freuen."

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Schäfer kündigt Präsentation an

"Hannes Wolf ist jemand, der temporeichen und intensiven Fußball spielen lässt, seine Mannschaften sind immer aktiv. Was mir besonders gefällt, er will immer gewinnen", sagte Sport-Vorstand Jan Schindelmeiser bei SPORT1 und fügte an: "Da muss man sich nur mal seine Vita anschauen. Die letzten drei Jahre endeten mit einer deutschen Meisterschaft im Juniorenbereich und gleichzeitig ist er in der Lage und willens Spieler auszubilden. Das ist genau die Kombination, die wir uns beim VfB Stuttgart in Zukunft vorstellen."

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Wolf wird am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Im Vorfeld der Partie hatte Vorstandschef Martin Schäfer zugegeben, dass sich der Verein in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade vorbildlich präsentiert hat: "Das Bild des VfB war katastrophal."

Wolf hatte mit den Dortmunder A-Junioren in der abgelaufenen Saison den deutschen Meistertitel geholt, nachdem ihm dies bereits zweimal mit der U17 des BVB gelungen war.

Der gebürtige Bochumer, der als Spieler nie höher als in der Oberliga (1. FC Nürnberg II) aktiv war, gehört zu den größten Trainer-Talenten Deutschlands.

Luhukay im Zwist mit Schindelmeiser

Vorgänger Jos Luhukay hatte den VfB mit seinem Rücktritt nach nur 121 Tagen Amtszeit vier Monate nach dem Bundesliga-Abstieg erneut in schwere Turbulenzen gestürzt.

Der Niederländer, der beim fünfmaligen Deutschen Meister erst am 17. Mai mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg angetreten war, hatte zermürbt vom öffentlichen Zwist mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser aufgegeben.

Von den ersten vier Spielen hatte der VfB zwei verloren, schwerer als die sportliche Enttäuschung wogen allerdings die Störungen zwischen Luhukay und Schindelmeiser.

Der Coach war offenbar mit den durch den Sportvorstand getätigten späten Neuverpflichtungen Carlos Mané, Takuma Asamo und Benjamin Pavard alles andere als einverstanden.

Erfolgreiche Einstand für Interimscoach Janßen

Unter Interimscoach Olaf Janßen, der die Mannschaft mit den Ex-Nationalspielern Andreas Hinkel und Heiko Gerber an seiner Seite auch gegen Braunschweig betreute, gelang am vergangenen Samstag ein 1:0 in Kaiserslautern.

Der frühere Kölner Bundesliga-Profi, bislang Assistent von Luhukay, kam aber als Nachfolger seines Chefs nicht in Frage. Ob Wolf das Trio übernimmt, ist noch offen. 

Schon am Dienstagmorgen hatte sich eine Überraschungslösung in der Trainerfrage abgezeichnet - ein Trio mit BVB-Anstrich wurde gehandelt. Als aussichtsreicher Anwärter neben Wolf galt Daniel Farke (39), der derzeit die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund in der Regionalliga West trainiert.

Auch David Wagner (44), früherer Coach der Dortmunder Reserve war offenbar in der Verlosung, war aber wohl vom englischen Zweitliga-Tabellenführer Huddersfield Town kaum loszueisen.

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