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Jan Schindelmeiser setzt sich gegen Jos Luhukay durch. Die Probleme in Stuttgart jedoch bleiben für den Sportvorstand. Schindelmeiser muss einen Trainer finden.

Es war sein Auftritt, ganz allein.

"Wir müssen etwas zurückgeben an die Menschen in dieser Stadt", erzählte Jan Schindelmeiser am Donnerstag, und dass "alle in der Pflicht seien". Der Sportvorstand hat den Machtkampf beim VfB Stuttgart gewonnen.

Schindelmeiser kritisiert Luhukay

Trainer Jos Luhukay ist weg und hörte aus der Ferne von seinem Widersacher: "Das ist eine Frage der Haltung: Wollen wir zusammen Erfolg haben oder nicht? Dazwischen ist nichts. Jos hatte seine eigenen Vorstellungen."

Luhukay erhält auf eigenen Wunsch keine Abfindung. "Das zeigt, dass Jos ein gerader Charakter ist", sagte Schindelmeiser und legte gleichzeitig das völlig zerstörte professionelle Verhältnis der beiden offen. 

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Bereits "nach dem ersten Gespräch" mit Luhukay habe er gespürt, dass es schwierig werden würde, sagte Schindelmeiser. Er habe es immer wieder versucht mit dem störrischen Trainer, "aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man merkt, dass es nicht geht". 

Luhukay: "Eine schwierige Situation"

Luhukay teilte auf SPORT1-Nachfrage mit: "Es war eine schwierige Situation beim VfB. Ich möchte die Situation erstmal in Ruhe lassen."

Weiter wolle er sich im Moment nicht äußern.

Janßen als Interimstrainer

Besser machen sollen es Luhukays bisheriger Assistent Olaf Janßen mit den ehemaligen VfB-Profis Andreas Hinkel und Heiko Gerber. Das Trio, das Schindelmeiser eine "Interimslösung" nannte, gibt am Samstag (13 Uhr/LIVETICKER bei SPORT1 und LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm) gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Debüt.

Ein neuer Coach soll "zeitnah" verpflichtet werden, als Kandidat gilt der frühere Hoffenheimer Markus Gisdol, der einst die U17 des VfB trainierte.

"Das werde ich nicht weiter kommentieren. Sie wissen aber auch, dass ich ihn aus meiner Hoffenheimer Zeit gut kenne", sagte Schindelmeiser, der von 2006 bis 2010 als Sportdirektor bei den Kraichgauern tätig war. Gisdol trainierte von 2009 bis 2011 die Reservemannschaft der TSG.

Aufsichtsrat pro Schindelmeiser

Schindelmeiser durfte sich als Teamplayer präsentieren, der an einem Einzelgänger verzweifelte. Der in Stuttgart extrem mächtige Aufsichtsrat stand zu jeder Zeit hinter ihm.

Luhukay wiederum teilte über seinen Dortmunder Anwalt Markus Buchberger mit, der Abschied falle ihm "nicht leicht".

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Die Arbeit in einem Traditionsverein wie dem VfB funktioniere nur, "wenn volle Rückendeckung von den entscheidenden Personen besteht".

Sportvorstand nach Trainer angeheuert

Die Rückendeckung habe er nicht gespürt - ein klarer Seitenhieb auf Schindelmeiser, der erst knapp zwei Monate nach ihm beim VfB angeheuert hatte. Bis dahin hatte Luhukay im sportlichen Bereich weitgehend freie Hand.

Schindelmeiser wollte die Mannschaft perspektivisch aufstellen, Luhukay hingegen wollte sich mit zweitligaerfahrenen Spielern zunächst voll auf das unmittelbare Ziel der Rückkehr in die Bundesliga konzentrieren. Keiner von beiden rückte von seiner Position ab.

Im Fall der drei Last-Minute-Zugänge Takuma Asano, Benjamin Pavard und Carlos Mane kam es endgültig zum Streit. Schindelmeiser holte sie gegen den erklärten Willen Luhukays.

Luhukay vermisste Vertrauen

Basis seiner Arbeit sei "immer eine einheitliche Linie aller sportlich Verantwortlichen bei Zusammenstellung und Führung des sportlichen Bereichs und ein uneingeschränktes Vertrauen der Vereinsverantwortlichen in meine Arbeit" gewesen, ergänzte Luhukay: "Diese Basis ist beim VfB Stuttgart nicht mehr vorhanden."

Während sich Schindelmeiser über die starke Zukunft des Vereins ausließ, machte sich Luhukay mit Tasche und Rollköfferchen zum Bahnhof auf. Den Aufstieg muss ein anderer hinbekommen.

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