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Unruhe im Ländle: Trainer Jos Luhukay (l.) und Sportchef Jan Schindelmeiser arbeiten seit dieser Saison beim VfB Stuttgart

München - Nach nur vier Spielen kracht es hinter den Kulissen beim VfB Stuttgart. Das Verhältnis zwischen Trainer Jos Luhukay und Sportvorstand Jan Schindelmeiser ist zerrüttet.

Zweitligist VfB Stuttgart droht nach dem durchwachsenen Saisonstart mit sechs Punkten aus vier Spielen offenbar die Zerreißprobe.

Hinter den Kulissen hängt der Haussegen schief. Ausgerechnet die beiden sportlich Verantwortlichen, Trainer Jos Luhukay und Sportvorstand Jan Schindelmeiser, können nicht miteinander. 

Nach SPORT1-Informationen gab es bereits seit dem Dienstantritt Schindelmeisers Anfang Juli atmosphärische Störungen in der Zusammenarbeit.

Eine wirkliche Kommunikation findet schon länger nicht mehr statt, da beide Seiten in wesentlichen Dingen unterschiedlicher Auffassung sind.

"Es ist schon richtig, zwischen uns ist es wenig harmonisch", wird Luhukay nun von der Bild zu seinem Verhältnis zu Schindelmeiser zitiert. Die Beziehung der beiden sportlich Verantwortlichen sei "völlig zerrüttet". 

Der Verein bestreitet die Richtigkeit dieses Zitats, nicht aber die atmosphärischen Störungen.

"Öffentlicher Bruch"

Stuttgarter Medien schreiben von einem "öffentlichen Bruch", das Tischtuch zwischen dem Führungsduo sei zerschnitten, demnach reden die beiden "nur noch das Nötigste miteinander - und manchmal nicht einmal mehr das".  

Vor drei Wochen hatte es ein Schlichtungsgespräch mit den Bossen und dem Aufsichtsrat gegeben, danach schien erst mal Ruhe zu herrschen.

Doch in der vergangenen Woche verschlechterte sich das Betriebsklima erneut.    

Luhukay wollte Last-Minute-Transfers nicht

Die Last-Minute-Transfers Takuma Asano, Carlos Mane und Benjamin Pavard seien Alleingänge Schindelmeisers gewesen, heißt es. Luhukay habe diese Spieler nicht gewollt und das Trio als zu unerfahren bezeichnet.

Der 53-Jährige machte nie einen Hehl daraus, dass er die Mission Wiederaufstieg lieber mit routinierteren Akteuren als mit Nobodys angegangen wäre. Für die jungen Asano, Mane und Pavard investierten die Schwaben rund sieben Millionen Euro.  

"Das Problem der schnellen Integration dieser Spieler sehe ich auch. Aber der Trainer bekommt dazu unsere volle Unterstützung", sagte Schindelmeiser, der erst knapp zwei Monate nach Luhukay am Neckar seine Arbeit aufgenommen hatte.

Schindelmeiser von Kader überzeugt

Er sei aber davon überzeugt, "dass wir jetzt eine stimmige Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern haben". Nach vier Spielen ist Stuttgart mit je zwei Siegen und Niederlagen Achter.  

"Künftige Personalentscheidungen", ergänzte Schindelmeiser, würden "ebenfalls in diese Richtung gehen", junge Spieler zu holen.

"Wir suchen keinen Konflikt, ganz im Gegenteil", sagte der 52-Jährige im Namen der Klubführung, "wir können ihm aber auch nicht immer aus dem Weg gehen, sondern müssen ihn lösen, am liebsten intern."

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