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SPORT1-Kolumnist Christian Beeck lässt kein gutes Haar an 1860 München und seinem Investor Hasan Ismaik © SPORT1-Grafik / Getty Images

München - In seiner Kolumne nimmt sich SPORT1-Experte Christian Beeck den taumelnden Zweitligisten 1860 München zur Brust. Über Investor Hasan Ismaik kann er sich nur wundern.

Hallo Zweitliga-Freunde,

1860 München zeigt seit fast einem Jahrzehnt, wie man Fußball nicht machen darf. Der derzeitige Höhepunkt ist, dass im Klub eine Person das Zepter in der Hand hat, welche vom Thema Fußball mal überhaupt keine Ahnung hat.

Hasan Ismaik führt den Verein wie eine Freizeitligamannschaft, wobei man hier die Freizeitkicker nicht beleidigen darf. Die Veranstaltung bei den Löwen hat mit Fussball ganz wenig zu tun. Es gibt genug Menschen, die ähnlich wie Ismaik viel Geld in diesen wunderbaren Sport investieren, aber das auf eine ganz andere Art und Weise machen.

Dieses Investment löst nicht nur im Verein und im Umfeld des Klubs Irritationen aus, sondern auch deutschland- und europaweit. Der Fussball und seine große Anhängerschaft leiden im Stillen über diese Variante. Es ist eines der bescheidensten Beispiele, die es im Fußball zur Zeit gibt.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sagte auf der Jahreshauptversammlung "Gott behüte uns vor solchen Leuten" und da kann ich ihm nur Recht geben. Die Art und Weise bei 1860 erscheint sehr gefährlich.

Was passiert, wenn bei den Löwen der Deckel drauf gesetzt wird und der Geldhahn nicht mehr sprudelt, sondern tropft? Dann geht dieser Traditionsverein mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit in die Knie, weil er pleite ist. Das darf man sich dann gar nicht vorstellen. 

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Dazu passend und mehr als amateurhaft ist der Medien-Boykott und das zwischenzeitliche Hausverbot für Journalisten. Fußball ist Spektakel und da darf man sich niemals den Leuten verschließen.

Natürlich dürfen die Medien nicht immer alles wissen, aber sie gehören zum Geschäft dazu. Im Übrigen gibt es von den Medien ab der kommenden Saison für den Fußball in Deutschland eine Milliarde Euro.

Deshalb stellt sich die Frage überhaupt nicht, ob das Sinn macht, was die Sechziger da tun. So ein Medien-Boykott ist einfach nur unprofessionell. 

Die dritte niveaufreie Geschichte ist der Umgang mit Kosta Runjaic und Thomas Eichin. Eine Respektlosigkeit gegenüber dem Berufsstand Trainer sowie dem des sportlichen Leiters. 

Dass sich die Chefetage bei den Löwen zu solchen Mechanismen entscheidet, ist einfach unwürdig gegenüber dem Fußball-Geschäft. Diese Leute sollten in sich gehen und darüber nachdenken, was man da eigentlich den ganzen Tag macht. So geht man nicht mit Menschen um. In keinem Unternehmen findet das so statt.

Für mich stellt sich jetzt die Frage nach der Perspektive für diesen Klub. Wie soll da in Zukunft die Perspektive aussehen?

Der Auftritt in der PK wird qualitativ hochwertige Trainer nicht in Scharen anziehen. Da ist doch jede mögliche Performance erledigt, ein strukturierter Trainer wählt dieses Projekt ab. 

Und sportlich? Der Verein wird nicht absteigen, dafür ist die Mannschaft gut genug. Aber auf lange Sicht wird das nichts. 1860 wird immer ein unterer Zweitligist bleiben. Vielleicht müssen sie auch mal in die Dritte Liga absteigen. Dass es aber wieder in die Bundesliga hoch geht, bezweifle ich sehr stark.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

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