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Vitor Pereira droht mit dem TSV 1860 München der Abstieg
Vitor Pereira wurde gegen Braunschweig auf die Tribüne verwiesen © Getty Images

München - Nach der Pleite gegen Braunschweig muss 1860 um den Klassenerhalt zittern. 1860-Coach Vitor Pereira steht am Pranger, spricht aber von einer "Lüge".

Eintracht Braunschweig darf weiter von einer Rückkehr in die Bundesliga träumen. Die Abstiegssorgen bei 1860 München werden nach dem 0:1 (0:0) gegen den Tabellenzweiten derweil immer größer.

Durch die Pleite rutschten die Münchner auf Relegationsrang 16 ab und liegen drei Spieltage vor Saisonende mit 33 Punkten nur einen Zähler vor Arminia Bielefeld auf Platz 17. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)     

"Wir haben ein super Spiel gemacht, haben leider die Tore nicht gemacht bzw. ich", sagte 1860-Mittelfeldspieler Stefan Aigner zu SPORT1. "Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe, muss den Kopfball in der ersten Halbzeit machen."

Und weiter: "Wenn du die Tore nicht machst, kannst kein Spiel gewinnen. Das sind schwere Rücksschläge. Du spielst gut und stehst wieder mit leeren Händen da. Wir haben nur noch drei Spiele und müssen sehr schnell punkten." 

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Hat Pereira Lieberknecht beleidigt?

Eine prekäre sportliche Situation, die zu unschönen Ereignissen auf dem Platz führte. 1860-Trainer Vitor Pereira soll seinen Kollegen Torsten Lieberknecht beleidigt haben. Diesen Vorwurf erhebt jedenfalls der Braunschweiger Coach.

"Wenn ich meine Spanisch-Kenntnisse richtig werte, hat mich Herr Pereira als '...sohn' bezeichnet. Das ist beschämend für den Verein 1860 München", sagte Lieberknecht nach Abpfiff bei Sky

Der 43-Jährige warf den Löwen-Verantwortlichen zudem vor, dass ihm während der Partie von der Bank der Mittelfinger gezeigt worden sei. "Das ist mir in der Form noch nie untergekommen", sagte Lieberknecht. 

1860-Coach wehrt sich: "Eine Lüge"

Pereira, der während des Spiels genauso wie sein Co-Trainer auf die Tribüne verwiesen worden war, stritt die Vorwürfe ab.

Bei SPORT1 sagte der Portugiese: "Ich glaube, Lieberknecht versteht kein Portugiesisch. Er hat einfach nicht verstanden, was ich gesagt habe. Deswegen ist es eine Lüge zu sagen, dass ich ihn beleidigt hätte. Es ist eine Lüge, dass ich ihm den Mittelfinger gezeigt habe."

Löwen-Chancenwucher rächt sich

Die Emotionen kochten auch deshalb so, weil Christoffer Nyman (55.) den glücklichen Siegtreffer für die Gäste erzielt hatte. Braunschweig, das in den vergangenen zwölf Spielen nur eine Niederlage kassierte, liegt nun mit 60 Zählern gleichauf mit Erzrivale Hannover 96 auf Rang drei.

Dabei hatte 1860 vor 39.500 Zuschauern in der Arena einen guten Start erwischt, Kai Bülow traf per Kopf nur den Pfosten (45.). Stefan Aigner schob kurz nach Wiederanpfiff (48.) freistehend aus kurzer Distanz den Ball am leeren Tor vorbei. Die schwache Chancenverwertung rächte sich.

Nyman traf nach einer Flanke von Nik Omladic und einer schnellen Drehung zur Gästeführung. Und Omladic klärte in der 70. Minute auf der Linie und rettete der Eintracht den wichtigen Dreier. Die Münchner blieben so auch im fünften Spiel in Serie ohne Sieg. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Spielen nicht wie ein Absteiger"

Coach Pereira will dennoch kein Trübsal blasen. "Wir spielen nicht wie ein Absteiger. Braunschweig war uns permanent unterlegen. Sie wissen selbst nicht, wie sie gewonnen haben", sagte er bei SPORT1.

"Wenn ich meinen Spielern zusehe, könnten sie auch um den ersten Platz spielen. Ich verspreche den Fans, dass wir nicht absteigen."

Es fehle nur das Glück, meinte 1860-Profi Kai Bülow SPORT1. "Wir spielen gut, aber die Tore fehlen. Scheiß Chancenverwertung. Es ist Pech und Unvermögen und uns fehlt die letzte Konsequenz."

Braunschweigs Stürmer Nymann sagte am SPORT1-Mikrofon dann noch: "Ich denke es war ein enges Spiel. Sie hatten Chancen, aber wir auch. Wir sind 11 Spieler und ein Team, machen das alles zusammen. Es war ein schönes Tor für drei Punkte."

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