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Hasan Ismaik
Hasan Ismaik stieg 2011 als Investor bei 1860 München ein © Imago

München - Ein Münchner Pfarrer ermutigt die 1860-Anhänger in einem Brief, dem Verein treu zu bleiben. Deutlich weniger christlich äußert er sich über Investor Ismaik.

Der Absturz des TSV 1860 München aus dem Profifußball-Paradies schlägt sogar in der geistlichen Welt hohe Wellen.

Der vor allem in München omnipräsente katholische Pfarrer und Bestseller-Autor Rainer Maria Schießler sorgt sich um das Seelenheil der Löwen-Anhänger.

In einem Brief an "meinen lieben Verein" ruft er die 1860-Jünger dazu auf, dem Verein treu zu bleiben. Er könne "irgendwann wieder zu alter Größe aufsteigen".

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Pfarrer attackiert Ismaik

Viel interessanter wird es aber, als der Mann Gottes auf den umstrittenen Investor Hasan Ismaik zu sprechen kommt. Da ist es nämlich schnell vorbei mit der Nächstenliebe.

Der Jordanier sei bei seiner Ankunft nicht als "Licht aus dem Osten" betrachtet worden, sondern vielmehr als der einzige Ausweg aus einer aussichtslosen Lage.

Schießler bemüht sogar eine historische Begebenheit, um Ismaik scharf zu attackieren: "Im Grunde genommen begann die babylonische Gefangenschaft bereits zu diesem Zeitpunkt und nicht erst heute."

Mit diesem Begriff wird eine Zeit im 14. Jahrhundert beschrieben, damals nahmen die französischen Könige das Papsttum mehr oder weniger als Geisel und zwangen die Stellvertreter Gottes auf Erden ihren Sitz im französischen Avignon zu nehmen - statt in Rom.

Schießler unterstellt Ismaik also quasi, dass er seine Finanzspritzen als Druckmittel einsetzte, um die Geschicke des Vereins zu bestimmen.

1860 braucht "radikalen Neuanfang"

Der Pfarrer hatte angesichts des "Trauerspiels" der vergangenen Jahre bereits gehofft, Ismaik würde die erforderlichen elf Millionen Euro für die Erteilung der Lizenz zur 3. Liga nicht zahlen, wie es dann ja auch kam.

Er plädiert für einen "totalen, radikalen Neuanfang". Mit dem schnellen Geld könne man eben nur manchmal Erfolg haben.

Kann also nur noch Gott die Sechziger retten? Insofern ist die Botschaft an Pfingsten optimal gewählt. Schließlich wird damit die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert.

Vielleicht legt Schießler bei seinem Boss für seinen Herzensverein ja ein gutes Wort ein.

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