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In den letzten Tagen und Wochen war bereits vom Interesse des SSC Neapel und von Galatasaray Istanbul berichtet worden. Selbst mit Bayer Leverkusen - Lokalrivale von Podolskis Lieblingsklub 1. FC Köln - ist er in Verbindung gebracht worden
Lukas Podolski spielt seit 2012 beim FC Arsenal

München - SPORT1 hat FIFA 15 angespielt und präsentiert die neuesten Features. Lead Producer Sebastian Enrique spricht über das Spiel.

Von Gabriel Fehlandt und Martin Jahns

Die FIFA-Reihe ist die derzeit erfolgreichste Fußballsimulation auf dem Markt. Am 25. September erscheint mit FIFA 15 der neueste Ableger für Play Station 4, Xbox One, Play Station 3, Xbox 360 und PC.

Auffällig bei den Probepartien waren die komplett überarbeiteten Torhüter. Sie reagieren noch flexibler auf Schüsse und unvorhergesehene Aktionen. Waren die Keeper bislang auf vorgefertigte Animationen beschränkt, können sie nun besser auf abgefälschte Schüsse reagieren.

Zudem haben auch computergesteuerte Teams nun die Fähigkeit, den Spielkontext zu erkennen und ihre Taktik je nach Spielsituation dynamisch anzupassen. Bei einer drohenden Niederlage gehen die Teams mehr Risiken ein und schlagen weite Bälle nach vorne. Zudem hat der Spieler im völlig neu strukturierten Team Managment die möglichkeit, jedem einzelnen Spieler Rollen zuzuteilen und verschiedene Spielsysteme zu speichern.

Zudem kommen Freunde der englischen Premier League mit allen 20 Originalstadien, über 200 realistisch nachgebildete Spielergesichtern, Goal Control und dem aus dem TV bekannte Premier-League-Design auf ihre Kosten.

Nach den Probepartien sprach SPORT1 mit Lead Producer Sebastian Enrique über die WM als FIFA-Pusher, Lukas Podolski und Emotionen im Fußball.

SPORT1: In den Ligen rollt der Ball wieder, doch das Jahr 2014 stand fußballerisch vor allem im Zeichen der WM. In den USA wuchs ein echter Fußball-Hype heran. Ganz Deutschland feierte den WM-Titel. Zwei große Märkte also im Fußballfieber - gute Nachrichten für EA Sports, oder?

Sebastian Enrique: Ja. So eine WM mit vielen guten Spielen, vielen Toren und Geschichten wie dem deutschen 7:1 gegen Brasilien begeistern Menschen für den Fußball, und so werden sie schließlich auch auf Fußball-Videospiele aufmerksam.

SPORT1: Viele Fußballprofis spielen in ihrer Freizeit FIFA. Beim BVB messen sich die Spieler an der Konsole und auch die Mannschaft von Tottenham Hotspur griff auf einer FIFA-15-Vorführung in Seattle zum Controller. Kommt es vor, dass die Profis Ihnen Feedback geben?

Enrique: Wir bekommen Feedback von jedem. Lukas Podolski ist zum Beispiel ein sehr guter FIFA-Spieler. Ich weiß noch, wie er auf der Gamescom einmal vorbei kam, um ein wenig zu spielen. Er hat einfach nicht mehr aufgehört. Er hat immer weiter gespielt. Es gibt einige Profis, die sehr gut FIFA spielen. Sie geben durchaus einige Hinweise oder beschweren sich, dass sie im Spiel zu langsam sind (lacht).

SPORT1: Auf welcher Basis erfolgen die Bewertungen der Spielerstärken in FIFA?

Enrique: Wir haben ein riesiges Team, das Daten und Informationen aus der ganzen Welt sammelt. Wir haben rund 2000 Menschen über die gesamte Welt verteilt, die die Attribute jedes Spielers beurteilen. Wie gut sind seine Kurzpässe? Wie stark kann er sprinten oder flanken? Wie robust ist er?

SPORT1: Lässt sich damit ein Fußballspieler in einem Videospiel wirklich genau charakterisieren? Ein Thomas Müller ist in seiner Spielweise sehr eigen. Fast alle einzelnen Einzelfähigkeiten dürften nicht an die Weltspitze heranreichen. Dennoch ist er mit seinem unkonventionellen Spiel einer der Besten der Welt.

Enrique: Thomas Müller ist ein sehr kompletter Spieler mit durchgehend hohen Werten. Ich glaube, wir machen einen guten Job darin, die Eigenschaften auf dem Bildschirm abzubilden. Man fühlt die Persönlichkeit des Spielers, den man steuert. In FIFA 15 führen die Spieler zum Beispiel den Ball bevorzugt mit ihrem starken Fuß, in den letzten Jahren hingegen noch mit dem Fuß, der näher zum Ball stand. Wenn wir das Spiel veröffentlichen, hört die Arbeit an der Datenbank zudem nicht auf. Wir halten die Spielerstärken und -eigenschaften mit Updates immer weiter auf Stand.

SPORT1: Fußball ist nicht zuletzt wegen seiner Emotionalität die meist verbreitete Sportart der Welt. Wie wollen Sie diese Emotionen in FIFA 15 transportieren?

Enrique: Ich arbeite nun schon seit zehn Jahren für EA Sports an FIFA. Dabei hatte ich die Möglichkeit, Fußballspiele auf der ganzen Welt zu sehen und die Bedeutung des Fußballs weltweit zu erleben. Ich war beim Bukarester Derby zwischen Dinamo und Steaua, ich war in Dortmund und beim FC Bayern, auch in England. Die Mitarbeiter in unserem Entwicklerteam kommen aus mehr als 20 verschiedenen Ländern. Diese Vielfalt und unsere Erfahrungen schlagen sich auch im Spiel nieder.

SPORT1: Können Sie dafür Beispiele nennen?

Enrique: Das fängt schon bei den Kameraeinstellungen in kleinen Zwischensequenzen im Spiel an. Wir wollen in FIFA 15 die richtigen Bilder in den richtigen Momenten einfangen. Genauso gehört es dazu, dass im Spiel die Fans die richtigen Gesänge zur richtigen Zeit singen. Wann stimmen die Fans des BVB welchen Sprechchor an? Der Spielstand hat einen Einfluss darauf und unsere Datensammler vor Ort geben uns in solchen Fragen wertvolle Informationen. Wir wissen, dass Kleinigkeiten wie diese neben dem Geschehen auf dem Platz ein Fußballspiel authentisch machen.

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