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Theo Zwanziger war 2006 DFB-Präsident

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (69) hat die ihm bei der Fußball-WM in Brasilien vom brasilianischen Verband geschenkte Luxus-Uhr laut eigener Auskunft beim Hauptzollamt am Frankfurter Flughafen nachträglich deklariert.

Der Chronometer im Wert von 20.000 Euro hätte eigentlich schon bei seiner Einreise nach der Rückkehr von der WM-Endrunde beim Zoll angemeldet werden müssen.

Der Jurist aus Altendiez, Mitglied im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA, hatte das Präsent laut eigener Darstellung allerdings erst entdeckt, nachdem er nach seiner Rückkehr aus Brasilien von einem englischen Journalisten kontaktiert wurde.

"Ich habe einen Fehler gemacht, weil ich den Inhalt der Geschenktüte nicht genau überprüft habe. Ich hätte es aber auch nicht für möglich gehalten, dass so etwas nach den Entwicklungen bei der FIFA seit 2012 mit der Einrichtung einer neuen Ethik- sowie Compliance-Kommission noch möglich ist", sagte Zwanziger der am Mittwoch erscheinenden "Sport Bild".

Anfang der Woche übergab Zwanziger die Uhr laut eigener Darstellung in Zürich auf der Geschäftsstelle der Ethik-Kommission. Bis zum 24. Oktober haben die mehrere Dutzend Fußball-Funktionäre, die eine Uhr erhalten vom CBF erhalten hatten, Zeit, das wertvolle Geschenk zurückzugeben.

Das hatte die Untersuchungskammer des FIFA-Ethikkomitees mitgeteilt. Bei rechtzeitiger Abgabe des nach FIFA-Statuten unzulässig wertvollen Geschenks des brasilianischen Verbandes würden keine Ermittlungen wegen Verletzung des FIFA-Ethikcodes eingeleitet, hatte das Gremium mitgeteilt.

Der CBF hatte in Präsenttüten an die 25 FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieder sowie Präsidenten der 32 WM-Teilnehmerverbände und zehn Vorsitzenden der südamerikanischen Nationalverbände CONMEBOL die wertvollen Uhren verteilt.

Am Hauptzollamt am Frankfurter Flughafen will Zwanziger die Uhr, die bei der Einreise hätte verzollt werden müssen, nach dem Hinwies des britischen Medienvertreters angeblich vorgelegt haben. Zudem will der ehemalige DFB-Chef als Beweis für seine Unschuld auch den E-Mail-Verkehr mit dem Journalisten und der Ethik-Kommission der FIFA mitgebracht haben.

Das Ethik-Komitee des Weltverbandes will er ohnehin sofort über den Fund unterrichtet haben. Er forderte zudem Ermittlungen gegen den CBF wegen Verstoßes gegen den Ethik-Kodex auf. Laut Sport Bild sollen die Zöllner die Uhr inventarisiert haben, außerdem sei am Computer deren Wert kontrolliert worden. Sie wurde dann offenbar Zwanziger wieder ausgehändigt - zusammen mit dem Versandbegleitdokument, wonach die Uhr aus Brasilien über die Zwischenstation Frankfurt in die Schweiz gebracht wird. Zwanziger sagte "Sport Bild": "Damit ist der Vorgang auch zollrechtlich für mich erledigt."

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