München - Fortuna Köln ist zurück im Profifußball. Wolfgang Kleine weiß: Der Karneval spielt beim Kult-Verein eine große Rolle.

14 Jahre lang dümpelte der SC Fortuna Köln, Ex-Bundesligist und -Zweitligist, in den Amateurligen herum.

Während der prominente Lokalrivale 1. FC Köln derzeit im Oberhaus manchem Favoriten die Punkte klaut, versucht die Fortuna seit Saisonbeginn nach dem Aufstieg in den Profifußball der 3. Liga ihr Glück.

So muss die Truppe aus der Kölner Südstadt am Samstag beim Spitzenreiter SV Wehen Wiesbaden antreten.

Sportlich sorgte die Fortuna in den vergangenen Jahrzehnten meist weniger für Aufsehen. Aber sie ist und bleibt, wie sich Wolfgang Kleine erinnert, ein Kult-Verein mit "viel Spaß an der Freud".

 

Da ist nicht nur durch die kölsche Band Bläck Fööss und deren Gründer Hartmut Prieß Musik drin, da steht mit dem ehemaligen Sprinterstar und Elferrats-Chef Klaus Ulonska auch ein Karnevals-Jeck als Präsident seit dem 16. Oktober 2006 an oberster Stelle.

Doch nicht erst jetzt kann und konnte immer wieder mit und über die Fortuna gelacht werden.

Die "Ömmesse" spielten im Jecken-Treiben auf einer Karnevals-Sitzung folgenden Sketch, als der inzwischen verstorbene Jean Löring noch Präsident des damaligen Zweitligisten war.

In Anspielung auf die gut überschaubaren Zuschauer-Massen, die sich im Südstadion versammelten, wurde erklärt: "Du, der Herr Löring ("Flach spille, huch gewinne!") ist ein ganz feiner Mann. Der gibt einem nett Auskunft." - "Was hast Du ihn gefragt?" - "Herr Löring, wann spielt die Fortuna denn morgen?" - Seine schlagfertige Antwort: "Wann hätten Sie den Zeit?"

Als sich einst beim Spiel der Fortuna gegen Wacker Berlin in der alten Kölner Radrennbahn, wie so oft, die Zuschauer auf den Rängen verloren, zählte ein Journalisten-Kollege die Fans und verpasste prompt das einzige Tor der Partie.

Scherzkekse meinten, man solle bei den Fortuna-Spielen lieber die Namen der Zuschauer als die der Torschützen veröffentlichen. Da würde man viel Platz sparen.

Der legendäre Ex-Geschäftsführer Rudi Fähnrich sinnierte später im Klubheim: "Ja, heute hätten wir mit dem Hut rumgehen können, da hätten wir mehr eingenommen."

Beim späteren Spiel im Südstadion erklärte Fähnrich-Nachfolger Jochen Büker: "Wenn ich heute die Zuschauer so sehe, hätten wir jedem ein Gläschen Schnaps einschenken können. Aber - was machen wir mit der angebrochenen Flasche?"

Als die Sicherheitsvorkehrungen im Südstadion gelockert wurden, konnten nach Insider-Information pro Block nicht nur ein Fan, sondern zwei Zuschauer Platz nehmen.

Und ein ehemaliger dänischer Spieler hatte das Südstadion so sehr in sein Herz geschlossen, dass er lobte: "Eine tolle Atmosphäre ist das hier. Da hört man sogar auf dem Rasen während des Spiels, wenn auf der Tribüne einer niest."

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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