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Mario Basler wurde im Februar 2015 Teammanager bei Lok Leipzig
Mario Basler startete seine Profikarriere 1987 beim 1. FC Kaiserslautern © getty

München - Mario Basler wird als neuer Teammanager beim Oberligisten Lok Leipzig vorgestellt. Bei SPORT1 spricht er über seinen neuen Job.

Mario Basler hat in seiner Karriere schon mit so mancher Entscheidung überrascht.

Der 46 Jahre alte SPORT1-Experte war nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn viel unterwegs.

Er war bei einigen Vereinen (unter anderem Eintracht Trier, TuS Koblenz, Wacker Burghausen) als Trainer tätig, die man nicht sofort mit ihm in Verbindung gebracht hätte.

Bei seiner letzten Station Rot-Weiß Oberhausen trat der 30-malige Nationalspieler und Europameister von 1996 als Chefcoach zurück. Das ist gut zweieinhalb Jahre her. Danach wohnte er in Osnabrück.

Dort wollte Basler eigentlich auch bleiben, doch wie so oft kam es anders. Basler überraschte wieder mal mit einem Entschluss, mit dem die Wenigsten gerechnet hätten.

Er wird am Montag als neuer Teammanager beim Oberligisten Lokomotive Leipzig vorgestellt und soll dem Klub mit seinen Kontakten bei der Spieler- und Sponsorensuche behilflich sein.

"Erst mal reinarbeiten"

"Das ist eine interessante Aufgabe bei einem großen Traditionsverein. Das Präsidium ist sehr klar in seiner Struktur", sagt Basler bei SPORT1 über seinen neuen Job. Das Gespräch mit den Verantwortlichen sei "sehr positiv" gewesen.

"Es ist nicht die Trainerbank, sondern eine Aufgabe im sportlichen Bereich, in die ich mich auch erst mal reinarbeiten muss. Ich will Lok aber wieder nach vorne bringen."

Man habe "eine ähnliche Philosophie, einen klaren Plan bis 2020 und das macht es interessant mitzuhelfen, diesen Plan zu realisieren." Für Basler sei es "eine gute Geschichte."

Großes Netzwerk

Der Kontakt kam über Lok-Präsident Heiko Spauke und gemeinsame Immobiliengeschäfte zustande. "Er hat mich schon vor Monaten angesprochen, ob ich mir das vorstellen kann und zuletzt sind die Gespräche immer intensiver geworden", so Basler. Bei seinem neuen Arbeitgeber soll er also seine Kontakte spielen lassen.

"Ich habe ein großes Netzwerk, was auch bei der Spielersuche behilflich sein wird", hatte Basler nach der Bekanntgabe seiner Verpflichtung erklärt: "Ich denke, dass der eine oder andere schon in der kommenden Woche zum Probetraining kommt."

Geld spielt keine Rolle

Basler hat viel erlebt in seiner Karriere als Fußballer. Und er hat viel Geld verdient. Doch für den Pfälzer hat nach eigener Aussage das Finanzielle bei seiner jüngsten Entscheidung keine Rolle gespielt.

"Was ich da verdiene, ist relativ entspannt", sagt Basler und schiebt gleich hinterher: "Einem Mario Basler geht es nicht nur um die Kohle."

Sein Engagement werde "über einen Bekannten fremdfinanziert und deshalb ist das keine Belastung für den Verein."

Basler wolle dem Verein "nicht auf der Tasche liegen", es sei "für beide Seiten ein Vorteil, weil das Geld, was der Klub nicht an mich bezahlen muss, in die Mannschaft investiert" werden könne.

"In Oberhausen für 4000 Euro"

Die Frage, wie sich der Verein Basler leisten könne, bügelt er gleich ab: "Ich werde da keine Millionen verdienen. Jeder denkt immer, weil ich mal bei Bayern München gespielt habe, gibt es nur noch Millionen-Verträge für mich. In Oberhausen habe ich für 4000 Euro als Trainer gearbeitet."

Natürlich müsse Geld bezahlt werden, so Basler, "aber wenn ich zum FC Bayern gehe, verhandele ich natürlich anders als bei Lok Leipzig."

Für Basler ist der neue Job aber nicht bloß eine Lust-und-Laune-Aktion, er hat offenbar viel vor mit den Sachsen.

"Es wird längerfristig sein", verrät er, "zwischen zwei und fünf Jahren. Am Samstag fahre ich nach Leipzig und am Montag werde ich vor Ort sein und den Vertrag unterschreiben. Ich werde in Leipzig eine Wohnung beziehen."

Bis 2020 in die Dritte Liga

Basler hat mit den Bossen bei Lok auch schon konkret über die Ziele gesprochen. "Unser Ziel ist es bis 2020 in der Dritten Liga zu spielen", erklärt der Ex-Profi.

"Lok ist ein Traditionsverein mit einem riesigen Fan-Potenzial. In dieser Stadt kann an der Seite von RB Leipzig einiges funktionieren."

Zu DDR-Zeiten war Lok immerhin viermaliger Pokalsieger und mit 77 Europapokalspielen einer der erfolgreichsten Vereine. Nun steht man in Leipzig im Schatten von RB.

Leider herrsche "eine gewisse Feindschaft zwischen beiden Klubs, aber eine Feindschaft auf sportlicher Ebene. Doch wir können von RB profitieren. Sollten wir aufsteigen, könnte man auch mal einen Spieler von RB bei Lok parken."

"Wie tief kann man sinken?"

Bei Basler ist die Freude jedenfalls groß. Aber es gibt auch die üblichen Kritiker, die den neuen Job belächeln.

"Wie tief kann man sinken?", twitterte schon der Eine oder Andere.

Doch da hat Basler seine ganz eigene Meinung: "Den Menschen, die das sagen, ist es egal, ob ich in der ersten oder fünften Liga bin. Aber die interessieren mich wenig. Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Den Kritikern kann ich es sowieso nicht recht machen."

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