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Lukas Podolski Hoffmanns Erzählungen
Lukas Podolski bei seinen ersten Versuchen als Amor (Archivbild) © Getty Images

Lukas Podolski stiftet mit einem Facebook-Eintrag eine Ehe und führt damit das Werk der antiken Liebesgötter fort. Nur eben mit anderen Mitteln.

Am schönsten klingt diese Geschichte um Lukas Podolski einmal mehr, wenn man sie in einer Sprache liest, die man eigentlich nicht versteht.

"Lukas Podolski speelt onbewust voor Cupido" titeln die niederländischen Medien, "Podolski, un Cupido involuntario" die spanischen.

Lukas Podolski, als unfreiwilliger Wiedergänger von Cupido, auch genannt Amor, dem römisches Liebesgott?

Ein deutsch-brasilianisches Pärchen hat sich nach eigenen Angaben kennengelernt, weil sie beide die Social-Media-Aktivitäten des Nationalspielers von Inter Mailand zu schätzen wussten.

Im November vergangenen Jahres, so die Schilderung, veröffentlichte Podolski einen humorvollen Facebook-Beitrag auf Portugiesisch.

Eine südamerikanische Nutzerin kommentierte ihn, ein deutscher wurde so auf sie aufmerksam und fügte sie als Freundin hinzu: Es kam in der Folge eins zum anderen, die Hochzeit ist für dieses Jahr geplant.

Lukas Podolski als Ehestifter bei Facebook
Weit weg ist von dem, was die alten Römer uns über die Liebe mit auf den Weg gegeben haben? Keineswegs © instagram.com/poldi_official

Nun kann man finden, dass eine Partnerfindung über die Facebook-Seite eines Fußball-Weltmeisters weit weg ist von dem, was die alten Römer uns über die Liebe mit auf den Weg gegeben haben.

Man hat die Legende von Amor in diesem Fall allerdings nicht verstanden.

Ewig jugendlich anmutend, nicht ohne einen gewissen Schalk operierend, in der Art, wie er auf das Spiel einwirkt, nie ganz unumstritten und dabei trotzdem immer für einen Treffer gut: Keine Gestalt der antiken Mythologie ist je Lukas Podolski näher gekommen.

Sicher, Amor hatte Pfeil und Bogen und schwebte mit seinen Flügeln über den Dingen, aber wenn man mal darüber nachdenkt, sind Podolskis Facebook-, Twitter- und Instagram-Account nur die logische Fortsetzung dieser Idee mit anderen Mitteln.

Im Cyberkrieg und in der Cyberliebe ist bekanntlich alles erlaubt, der zeitgenössische Cupido wäre bei der Liebe in Zeiten der Digital-Ära aufgeschmissen, wenn er nur mit analogen Waffen operieren würde: Er muss modern ausgerüstet sein mit Selfie-Stangen, Fotobomben und natürlich auch Hashtags wie #PoldiMatch.com, #Cupid, #LoveStory.

Lukas Podolski hat seinen Instagram-Beitrag über die von ihm gestiftete Vermählung mit diesen Worten beschlossen, was in der modernen Liebeswelt wohl nun so üblich ist.

Trotzdem: Ein kleines bisschen besser hätte er diese Geschichte noch zu Ende erzählen können, hätte er noch den lateinischen Leitspruch seines Vorbilds in die Moderne überführt.

Omnia vincit Amor - Amor besiegt alles, die Liebe erst recht. Auch und gerade in Zeiten, in denen sie von Social-Media-Postings von Lukas Podolski gestiftet wird.

In diesem Sinne: #OmniavincitPoldi #Aha und: Folgen Sie @ErzaehlerMartin auf Twitter.

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