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Rio de Janeiro - Im SPORT1-Interview spricht Zico über seine angestrebte Kandidatur und erklärt, wie er beim Weltverband aufräumen will.

Brasiliens Fußball-Idol Zico will die Nachfolge von Joseph S. Blatter antreten.

Dafür fordert Zico allerdings "neue Spielregeln" bei der Wahl zum Präsidenten des Weltverbandes FIFA und knüpft daran seine mögliche Kandidatur.

Zico mit SPORT1-Reporterin Martina Farmbauer

"Wenn es die notwendigen Veränderungen gibt, werde ich antreten", sagte der 62-Jährige am Mittwoch und erklärt sich selbst als "befähigt" für den Posten. Erfahrungen als Politiker sammelte Zico Anfang der 90er, als er Sportminister in Brasilien war.

Der vor allem außerhalb Brasiliens als "weißer Pele" bekannte frühere Nationalspieler fordert auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz in seiner Fußballschule CFZ vor allem die Abschaffung eines Passus im Wahl-Reglement, wonach ein Kandidat von einem Verband vorgeschlagen werden und zusätzlich Unterstützungsschreiben von mindestens fünf Verbänden vorlegen muss.

Im SPORT1-Interview spricht Zico über seine angestrebte Kandidatur und erklärt, wie er beim Weltverband aufräumen will.

SPORT1: Zico, Sie sind gerade vom Champions-League-Finale in Berlin zurückgekehrt. In Deutschland ist der Respekt vor Brasilien immer noch groß.

Zico: Das habe ich bei der WM gesehen. Wenn Deutschland keinen Respekt hätte, wäre das Ergebnis 1:14 gewesen (Lacht.) Nein, im Ernst, ich war zum Arbeiten dort.

SPORT1: Sehen Sie Ihre Erfahrung als Spieler, Trainer und Sportminister für die FIFA-Kandidatur als Vorteil oder ist es vielleicht sogar ein Nachteil, weil Sie ohne diese Erfahrung sauber antreten würden?

Zico: Sauber bin ich mit oder ohne Erfahrung. Michel Platini hatte nur ein Amt als Funktionär, im Organisationskomitee der WM 1998 in Frankreich, bevor er UEFA-Präsident wurde. Erfahrung ist für ein solches Amt sehr viel wert und hilft immer.

SPORT1: Wie kann die FIFA wieder sauber werden?

Zico: Das kommt darauf an, wer ihr vorsteht. Der Zustand eines Hauses hängt immer von dem ab, der das Sagen hat. Also wenn derjenige an der Spitze eine Haltung hat, eine Philosophie, eine Struktur vorgibt, dann glaube ich, dass die Mehrheit folgt. Und wer auf dem falschen Weg ist, den muss man versuchen zu entfernen. Bis zu den Neuwahlen wird da noch einiges auftauchen.

Tony Currie and Zico
Zico (M.) wurde bei der WM 1978 in Argentinien mit Brasilien Dritter © Getty Images

SPORT1: Sie fordern auch Veränderungen bei der Auswahl der Kandidaten zur FIFA-Präsidentschaftswahl.

Zico: Ich bin gegen die jetzige Form, dass ein Kandidat von mindestens fünf Nationalverbänden unterstützt werden muss.Ich glaube, da können die Korruption und der Austausch von Gefälligkeiten anfangen. Nicht nur in der FIFA, sondern auch im Brasilianischen Fußballverband.

SPORT1: Der brasilianische Verband ist mit einem Ex-Präsidenten im Gefängnis und vielen Anklagen gegen die aktuelle Führung einer der Verbände, die von den Ermittlungen gegen FIFA am meisten betroffen ist. Besteht die Möglichkeit, dass Sie auch für das Präsidentenamt der CBF kandidieren?

Zico: Viele Leute fragen mich: Warum nicht die CBF und gleich die FIFA? Aber es ist heute einfacher, die Unterstützung von fünf Verbänden auf der Welt zu bekommen als bei der CBF zu kandidieren. Logisch, das Ideale wäre, hier in Brasilien anzufangen. Aber leider bevorzugen die aktuellen Spielregeln nicht die Personen aus dem Fußball. Ich bin 62 Jahre alt und erinnere mich nur an Joao Havelange und Sepp Blatter als FIFA-Präsidenten. Gibt es nur diese zwei Personen auf der Welt, um den Fußball zu steuern?
SPORT1: Diego Maradona ist ein Freund von Ihnen. Glauben Sie wirklich, dass er als FIFA-Vizepräsident geeignet wäre?

Zico: Maradona war bis heute nur ein Spieler und ein Trainer. Aber er ist ein großer Name im Fußball. Er hat jedes Recht, zu kandidieren. Er kandidiert aber nicht als Präsident, sondern als Vizepräsident. Mir würde es gefallen, einen Namen wie Maradona in diesem Kreis zu sehen. Bei allem, was er erlebt hat und allen Problemen, die er hatte: Er hat die Voraussetzungen, um mit seiner Stimme den Fußball weiterzubringen.

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