vergrößernverkleinern
Ein Verkauf von Paul Pogba durch Juventus Turin könnte einen riesigen Domino-Effekt auslösen © Grafik SPORT1: Gabriel Fehlandt/Getty-Images

München - Vidal nach München? Gündogan zu Barcelona? Modric zu den Citizens? Nichts scheint unmöglich. Alles hängt von einem Mann aus Turin ab. SPORT1 zeigt, wer am Ende der Nahrungskette steht.

Selten hat ein Spieler so sehr die Fußball-Welt in Atem gehalten wie Paul Pogba.

Nahezu alle Topklubs dieses Planeten sollen den 21 Jahre alten Franzosen auf dem Zettel haben. Doch der hat noch nicht ansatzweise kundgetan, wo er seine Zukunft sieht - und sorgt damit dafür, dass das Transferkarussell in Europa still steht.

Erst wenn Pogba eine Entscheidung fällt, fällt auch der erste Stein im großen Transfer-Domino.

Jede Menge Spekulationen

Schließt er sich Real Madrid an, könnte Luka Modric den Verein möglicherweise verlassen - Manchester City soll Interesse bekundet haben.

Juventus Turin, Pogbas derzeitiger Verein, hat derweil offenbar ein Auge auf Chelseas Oscar als potenziellen Ersatz geworfen. Auch der FC Barcelona, der trotz Transfersperre weiter munter auf Einkaufstour geht, würde sich gerne mit dem nächsten Weltstar schmücken.

Klappt es nicht, könnten die Bemühungen um Dortmunds Ilkay Gündogan wieder intensiviert werden - trotz dessen angeblich exorbitanter Gehaltsforderungen.

Der FC Bayern hat derweil im Poker um Pogba wohl keine guten Karten, da die Münchner ihr prall gefülltes Festgeldkonto dann doch nicht auf einen Schlag komplett räumen wollen.

Sollte der Franzose aber in Turin bleiben - was auch nicht ausgeschlossen ist -  wäre durch die Verpflichtung Sami Khediras kein zwingender Bedarf mehr für Arturo Vidal. Der wiederum stand schon während seiner Zeit bei Bayer Leverkusen auf dem Zettel des deutschen Rekordmeisters.  

Weitreichende Auswirkungen

Noch aber belauert sich die Creme de la Creme des Weltfußballs gegenseitig. Keiner will den ersten Schritt, geschweige denn den ersten Fehler machen.

Doch wer denkt bei all dem Trubel an die kleinen Klubs? Gräbt man nämlich etwas tiefer in den Transfer-Annalen, werden schnell die gesamten Ausmaße eines solchen Mega-Transfers deutlich.

Denn in der Regel bedient sich jeder Verein, der einen wichtigen Spieler abgegeben hat, wieder bei einem Konkurrenten um den Verlust auszugleichen. Zumeist bei einem vom Papier her kleineren Klub. Ein Prozess, der sich bis in die untersten Klassen fortsetzen kann.

Transferkette entsteht

Ein schönes Beispiel für eine Transferkette, die in solchen Fällen entsteht, ist der Transfer von Gareth Bale zu Real Madrid zu Beginn der Saison 2013/2014.

Die damals auf 94 Millionen Euro geschätzte Ablöse investierte Bales Ex-Verein Tottenham Hotspur umgehend in Erik Lamela vom AS Rom, der den Hauptstädtern immerhin 30 Millionen wert war.

Die Römer wiederum wurden ihrerseits auf der Suche nach einem Ersatz für Lamela in Florenz fündig. Objekt der Begierde: Adem Ljajic (11 Millionen). 

Von Madrid bis nach Lurup  

Die Fiorentina wilderte im Anschluss in Udinese und sicherte sich Juan Cuadrado für 20 Millionen. Natürlich musste auch für den Kolumbianer ein adäquater Nachfolger gefunden werden. Und so wurde Bruno Fernandes für 2,5 Millionen von Novara Calcio losgeeist, die sich wiederum bei AEK Athen bedienten und Georgios Katidis verpflichteten.

Spinnt man diesen Prozess konsequent weiter, landet man über Vangelis Plattelas (von Skoda Xanthi zum AEK Athen), Julian de Guzman (von Jahn Regensburg nach Xanthi), Zlatko Muhovic (von Preußen Münster nach Regensburg), Marcus Piossek (vom VfL Osnabrück nach Münster), Tom Christian Merkens (vom TSV Havelse nach Osnabrück) und Stefan Winkel (von Altona 93 nach Havelse) schließlich ganz am Ende beim SV Lurup 23 aus der Landesliga Hammonia in Hamburg.

A Juniors - St. Pauli v Hamburger SV
Stefan Winkel (r., im Trikot der A-Junioren des FC St. Pauli) war über Umwegen in den Transfer von Gareth Bale verwickelt © Getty Images

Der durch ein souveränes 4:1 beim TSV Uetersen gerade in die Oberliga aufgestiegene Traditionsklub musste damals den 18-Jährigen Nikolaj Martynov ziehen lassen, der in Havelse Stefan Winkel ersetzen sollte.

Weil Real Madrid beschlossen hatte, sich die Dienste des walisischen Nationalspielers Gareth Bale zu sichern.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel