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Michael Vesper ist deutscher Chef de Mission in Rio
Michael Vesper ist seit 2006 Generaldirektor des DOSB © Getty Images

Michael Vesper, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), glaubt nicht, dass der islamistische Terror künftig zum Sargnagel für große Sportveranstaltungen wird. "Das darf und wird er nicht sein", sagte Vesper dem Kölner Express (Donnerstagausgabe).

Die Ereignisse der letzten Tage gingen natürlich nicht spurlos an den Menschen vorüber: "Aber es wäre falsch, in Angst zu verharren. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen und müssen zugleich wachsam sein."

Vesper findet es richtig und gut, die Spiele der Fußball-Bundesliga am Wochenende wie geplant stattfinden zu lassen.

"Natürlich hat die Sicherheit des Publikums und der Spieler oberste Priorität", sagte der Grünen-Politiker: "Ohne konkrete Gefährdungslagen aber Spiele abzusagen, wäre eine Kapitulation vor dem Terror. Und das gilt für alle Veranstaltungen, nicht nur des Sports, auch in der Kultur."

Die Entscheidung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), die Hintergründe zur Absage des Länderspiels nicht öffentlich zu machen, unterstützt Vesper mit Nachdruck. "Ich vertraue ihm, dass er die Details aus guten Gründen nicht veröffentlichen konnte und wollte, sicherlich auch, um die Ermittlungen nicht zu gefährden", sagte er.

Grundsätzlich habe die Bevölkerung zwar das Recht, über Bedrohungslagen informiert zu werden: "Aber wenn dadurch die Sicherheit gefährdet werden könnte, ist es klüger, jedenfalls für eine gewisse Zeit, auf öffentliche Informationen zu verzichten."

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