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Franz Beckenbauer unterschrieb einen dubiosen Vertragsentwurf
Franz Beckenbauer war Chef des Organisationskomitees der WM 2006 © Getty Images

Die Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk setzt in der WM-Affäre auf Erkenntnisse durch Aussagen von Franz Beckenbauer.

Der OK-Chef der WM 2006 sei "der Dreh- und Angelpunkt", sagte Schenk am Rande einer Podiumsdiskussion Thema "Olympia in Hamburg - Lohnendes Investment oder finanzielles Vabanque-Spiel?" mit Blick auf die Aufklärung.

Beckenbauer müsse, so die Juristin von Transparency International weiter, "nach allem was wir bisher gehört haben, wissen, für was die 6,7 Millionen Euro ursprünglich verwendet wurden und ob es möglicherweise weitere Vorgänge gab, die vielleicht gar nicht mit diesem Geld in Zusammenhang standen".

Da Beckenbauer vor den vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beauftragten Ermittlern der Wirtschaftskanzlei Freshfields bereits ausgesagt habe, müsse man nun den Abschlussbericht abwarten, so Schenk: "Wenn er dort alles auf den Tisch gelegt hat, ist das gut."

Zum Rücktritt von Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident am Montag sagte Schenk: "Ich habe Respekt für den Schritt von Wolfgang Niersbach, dass er die politische Verantwortung übernommen hat, aber das darf jetzt nicht heißen, dass alle sagen, da ist einer gegangen und sich zur Ruhe setzen. Die Aufklärung fängt eigentlich erst an."

Die durch einen Spiegel-Bericht geschürten Zweifel an der Neutralität der Kanzlei, die demnach den wegen Korruption lebenslang gesperrten Katarer Mohamed Bin Hammam bei seiner vergeblichen Kandidatur für die Präsidentschaft beim Weltverband FIFA beraten haben soll, teilt Schenk indes nicht: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die etwas unterdrücken angesichts der Gemengelage. Sie haben deutlich gesagt, dass sie mit Bin Hammam und Vorgängen um die WM 2022 nichts zu tun hatten. Wenn das zutrifft, ist das aus meiner Sicht in Ordnung."

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