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Hannover 96 v Hamburger SV - Bundesliga
Robert Enke nahm sich am 9. November 2009 das Leben © Getty Images

Am sechsten Todestag von Robert Enke wendet sich die Witwe Teresa an die Öffentlichkeit und appelliert an die Klubs. Zudem gibt sie den Blick auf ihr Seelenleben preis.

Das DFB-Team hat am sechsten Todestag von Robert Enke dem verstorbenen ehemaligen Nationaltorwart gedacht.

Bundestrainer Joachim Löw und Co. legte am Dienstag in Empede einen Kranz an der Grabstätte Enkes nieder.

Das teilte Teammanager Oliver Bierhoff mit.

Enkes Tochter: "Papa war der beste Torwart der Welt"

Robert Enke hatte sich am 10. November 2009 im Alter von 29 Jahren an einem Bahnübergang das Leben genommen.

Im Anschluss wurde seine psysische Erkrankung, wegen der er häufig behandelt wurde, bekannt. Sechs Jahre später hat nun seine Witwe Teresa nun Einblicke in ihr aktuelles Seelenleben gegeben.

"Robert ist immer da", sagte die 39-Jährige der Neuen Presse. Zusammen mit der gemeinsamen Tochter Leila (6) schaue sie regelmäßig am Grab vorbei.

Die Enkes leben mittlerweile in Köln "als Familie sehr glücklich" und gehen auch offen mit dem Selbstmord des ehemaligen Torwarts, der an schweren Depressionen (Enke: "Die Geißel des 21. Jahrhunderts") litt, um. "Leila sagt immer, Papa war der beste Torwart der Welt", teilte Teresa Enke mit.

Appell an die Gesellschaft

In einem Blogeintrag der Robert-Enke-Stiftung wandte sich Enke zudem mit einem Appell an die Öffentlichkeit: "Lasst uns über Depressionen reden wie Guido Westerwelle über Krebs." Der ehemalige Vizekanzler hatte mit einem bewegenden Interview über seine Erkrankung für Aufsehen gesorgt.

Den Vorwurf, der Fußball habe Robert Enke krank gemacht, entkräftigte Enke: "Es ist gut möglich, dass Robert auch als Sportjournalist oder Versicherungsvertreter unter Depressionen gelitten hätte. Er hatte offensichtlich eine Veranlagung für die Krankheit. Richtig ist, dass Robert unter dem Gefühl litt, als Profifußballer seine Krankheit geheim halten zu müssen, was seine Behandlung erschwerte."

Vorbild Athletic Bilbao

Mit der Robert-Enke-Stiftung, die sich genau diesem Problem annimmt, war sie zu Gast bei Athletic Bilbao, wo sie erfuhrt, "dass sie dort in jüngster Zeit bei drei Fällen von Depressionen ohne öffentliche Aufregung, ganz selbstverständlich den Betroffenen kompetente Behandlung verschafften. Wie bei einem Kreuzbandriss. Das zu hören, war ermutigend."

Hannover 96, Robert Enkes letztes Team, ehrte den achtmaligen Nationalspieler "in stillen Gedenken". Martin Bader teilte in der Bild mit: "Das Thema ist in Hannover immer noch sehr präsent. Es hält uns vor Augen, dass wir uns abseits des 1:0 auch mit dem Menschen und nicht nur mit dem Fußball-Profi beschäftigen."

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