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Kevin Großkreutz schaut nach oben
Beim VfB Stuttgart soll es für Kevin Großkreutz wieder bergauf gehen © dpa Picture-Alliance

München und Stuttgart - Seine Zeit bei Galatasaray verläuft äußerst unglücklich, nun steht Kevin Großkreutz vor der Rückkehr in die Bundesliga. In Stuttgart erwartet man Großes - doch es gibt auch Gegenwind.

Kevin Großkreutz kann wieder lachen. Der 27-Jährige hat einen neuen Arbeitgeber, wird zur Rückrunde zum VfB Stuttgart wechseln. Die abstiegsbedrohten Schwaben stehen kurz vor der Verpflichtung des früheren BVB-Profis vom türkischen Spitzenklub Galatasaray.

Kevin Großkreutz
Das Galatasaray-Dress trug Kevin Großkreutz nie in einem Pflichtspiel © twitter.com/Galatasaray

Nur noch die Details seien zu klären, erklärte VfB-Sportvorstand Robin Dutt am Sonntag, und ergänzte: "Nach der unglücklichen Zeit in Istanbul brennt Kevin darauf, endlich wieder Fußball zu spielen."

Der ehemalige Nationalspieler, der bei Galatasaray wegen Formfehlern beim Transfer für die komplette Hinrunde gesperrt war und zuletzt auch noch über Heimweh klagte, soll dem Vernehmen nach 2,6 Millionen Euro Ablöse kosten. Nach SPORT1-Informationen wird Großkreutz bei den Schwaben im Laufe des Dienstags einen Vertrag bis 2018 unterschreiben, der Wechsel anschließend offiziell verkündet.

Zeiten des Unglücks bei Galatasaray

Dutt schwärmt vom ehemaligen Dortmunder. Er bringe "hervorragende fußballerische Qualitäten und eine absolute Winner-Mentalität mit. Er ist auf verschiedenen Positionen einsetzbar und wäre eine enorme Verstärkung für unseren Kader."

Mit dem Wechsel geht für Großkreutz eine halbjährige Leidenszeit zu Ende, auf die er liebend gerne verzichtet hätte.

Der Mittelfeldspieler verlässt die Türkei, ohne auch nur ein Pflichtspiel für den türkischen Rekordmeister absolviert zu haben. Im Sommer vergangenen Jahres war er bei Borussia Dortmund schon auf dem Abstellgleis gelandet: Verletzungen hatten ihn zurückgeworfen, der neue Trainer Thomas Tuchel wollte ihn nicht mehr.

Jetzt also folgt in Stuttgart Großkreutz' zweiter Versuch, seine Karriere wieder zu beleben.

Neue Chance unter schwierigen Vorzeichen

Mit offenen Armen wird der gebürtige Dortmunder am Neckar aber nicht von allen empfangen. Im Gegenteil: In den Internetforen sorgt der Wechsel für einigen Wirbel.

Tattoo von Kevin Großkreutz
Die Dortmunder Skyline ziert als Tattoo Kevin Großkreutz' rechte Wade © Getty Images

Großkreutz trägt seinen Ex-Klub Dortmund sowie den 1. FC Köln im Herzen. Gerade seine Liebe zu Dortmund, die er mit einem Tattoo auf der Wade dokumentiert, könnte den Hartgesottenen unter den VfB-Fans sauer aufstoßen - pflegen die Ultra-Gruppierungen der beiden Vereine doch alles andere als ein gutes Verhältnis.

Erst Ende November provozierten Dortmund-Ultras beim Heimspiel gegen die Schwaben die VfB-Fans, indem sie geklaute Stuttgart-Fahnen vor der Südtribüne präsentierten.

Gemischte Reaktionen

Einige Stuttgarter Anhänger gehen schon auf die Barrikaden. So schreibt beispielsweise ein User im Netz: "Bin ich hier der einzige der glaubt, dass der Kevin null zum VfB passt?"

Es gibt aber auch positive Reaktionen. Ein VfB-Fan meint zum Wechsel von Großkreutz: "Genau so einen brauchen wir!" Er sei "einer, der die Klappe mal aufmacht" und andere "aus ihrer Komfortzone" reißen würde.

Es dauert übrigens nur gut einen Monat, ehe es für Großkreutz zu einem Wiedersehen mit seiner großen Liebe kommen könnte: Am 9. Februar empfängt der VfB den BVB im Viertelfinale des DFB-Pokals.

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