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Fedor Radman (l.) war Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 2006
Fedor Radman (l.) war Vizepräsident des Organisationskomitees der WM 2006 © dpa Picture Alliance

Nach der 6,7-Millionen-Forderung des DFB attackiert Fedor Radmann den Verband und lehnt den Zahlungsbefehl ab. Seine Anwälte würden sich über die Forderung lustig machen.

Fedor Radmann hat die Forderung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach Zahlung von 6,7 Millionen Euro klar zurückgewiesen und attackiert den Verband scharf. "Das ist hanebüchen und bar jeder Grundlage", sagte der frühere Vize-Präsident des WM-Organisationskomitees für 2006 am Dienstag: "Völlig absurd! Ich habe das selbstverständlich sofort abgelehnt."

Der DFB hatte dem 71-Jährigen in der WM-Affäre einen Zahlungsbefehl zugestellt. "Das Schreiben vom Betreibungsamt habe ich am 8. Januar erhalten und sofort reagiert", sagte Radmann. "Jetzt muss der DFB beweisen, dass er überhaupt eine berechtigte Forderung hat. Dafür gibt es aber null Anlass. Ich werde ja juristisch beraten, die lachen noch nicht mal mehr darüber, sondern machen sich darüber nur noch lustig. Das wird vollkommen ins Leere laufen."

DFB verteidigt den Schritt

Der DFB hat natürlich nicht erwartet, dass Radmann eine Millionensumme überweist und damit eine Schuld eingesteht. Der Verband kommt nur seiner Pflicht nach, mögliche Schadenersatz-Ansprüche auch noch einfordern zu können. "Wir haben die erforderlichen Schritte zur Sicherung möglicher Ansprüche des gemeinnützigen Verbandes fristgerecht eingeleitet", sagte Interimspräsident Rainer Koch am Dienstag.

Es gehe dabei nur "um die Sicherung von Rechtspositionen, konkrete Zahlungsaufforderungen wurden nicht verschickt". Das Verfahren in der Schweiz unterscheide sich zwar in der Ausgestaltung, verfolge aber "dasselbe Ziel". Koch wollte geräuscharm handeln und eine Schlammschlacht vermeiden - aber sie ist schon im Gange.

Rätsel um 6,7 Millionen

Die genannten 6,7 Millionen entsprechen exakt der Summe, deren ungeklärter Weg Auslöser der Affäre war. Das WM-Organisationskomitee hat sie 2005 auf ein Konto des Weltverbandes FIFA überwiesen - verschleiert als Beitrag zum Kulturprogramm. Die Unterschrift leisteten Schmidt und Zwanziger. Mutmaßlich sollte das Geld an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet werden.

Radmann war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits aus dem WM-OK ausgeschieden (Juni 2003). Es kann nun also nur darum gehen, dass Beckenbauer 2002 - angeblich persönlich mit dem inzwischen gesperrten FIFA-Boss Joseph S. Blatter - einen Deal eingefädelt hat: Zunächst sollten 6,7 Millionen Euro an die FIFA überwiesen werden, laut Beckenbauer zur Sicherung eines späteren Zuschusses seitens des Weltverbandes zur WM in Höhe von 170 Millionen Euro. Die Summe soll Dreyfus ihm vorgestreckt haben. Blatter bestreitet den gesamten Vorgang.

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