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Wolfgang Niersbach trat als DFB-Präsident zurück
Wolfgang Niersbach musste im Zuge der WM-Affäre seine Posten als DFB-Präsident räumen © Getty Images

Vertuscht der DFB Dokumente zur WM-Vergabe 2006? Einem Medienbericht zufolge fehlt die Akte mit dem Titel "WM 2006". Niersbachs Sekretärin gerät in den Fokus der Ermittler.

Die WM-Affäre hält den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiter in Atem.

Das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet in seiner Samstag-Ausgabe über verschwundene Dokumente und Akten aus dem DFB-Archiv. Zudem sollen demnach Fahnder der ermittelnden Staatsanwaltschaft Frankfurt den Verdacht haben, dass im Verband schon geraume Zeit vor Ausbruch der Krise im vergangenen Oktober Fakten zu den Hintergründen der ungeklärten Millionen-Zahlung der Organisatoren des WM-Turniers 2006 in Deutschland an den Weltverband FIFA vertuscht werden sollten.

Bereits im Juni 2015 soll die Sekretärin des damaligen und inzwischen zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach eine Akte mit dem Titel "WM 2006" aus dem Archiv des Verbandes geholt haben. Laut Spiegel hat die Archivleiterin gegenüber den Ermittlern eine entsprechende Aussage gemacht. Der Verbleib des Ordners ist demnach bis heute ungeklärt.

Ex-Sekretärin kann sich nicht erinnern

Niersbachs Ex-Sekretärin gab jedoch in ihrer Befragung angeblich zu Protokoll, sich nicht an ihren Gang ins Archiv und auch nicht an eine entsprechende Beauftragung durch Niersbach erinnern zu können. Zudem habe die DFB-Mitarbeiterin, so der Spiegel weiter über die Inhalte ihrer Vernehmung, erst im Oktober durch Medienberichte von den offenbar im Juni 2015 verbandsintern angelaufenen Nachforschungen zu den Vorgängen zur WM-Affäre erfahren. Auf Anfrage des Spiegel wollte sich Niersbachs ehemalige Assistentin nicht zu ihren Angaben oder den Abläufen im Sommer 2015 nicht äußern.

Sollten die Spiegel-Informationen belastbar sein, würde der Druck auf Niersbach weiter steigen. Der 65-Jährige war erst am vergangenen Donnerstag durch Medienberichte in die Defensive geraten, wonach Niersbach entgegen seiner ursprünglichen Angaben bereits deutlich früher als erst im vergangenen Herbst Kenntnis von Problemen mit der Millionen-Überweisung aus dem Jahr 2005 an die FIFA erlangt hatte.

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