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Nach der Enthüllung von Franz Beckenbauers Werbehonorar bei der WM 2006 fordert die Politik den DFB-Präsident zum Handeln auf. Auch Steuern spielen eine Rolle.

Die Enthüllung von Franz Beckenbauers Werbehonorar durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) während seiner Zeit als OK-Chef der WM-Endrunde 2006 in Deutschland ruft auch die Berliner Politik auf den Plan.

SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann sieht zur Erhellung der Hintergründe besonders den DFB in der Pflicht. "Reinhard Grindel muss als DFB-Präsident vollständig Klarheit schaffen. Alle Fakten müssen auf den Tisch", sagte der einflussreiche Koalitionspolitiker in der Passauer Neuen Presse.

Im Bundestags-Sportausschuss hinterfragte die Gremiums-Vorsitzende Dagmar Freitag grundsätzlich die Geheimniskrämerei um Beckenbauers Honorar: "Es hätte wohl niemanden verwundert, wenn eine Dotierung des Ok-Chefs Beckenbauer von Anfang an kommuniziert worden wäre. So ist die eigentliche Frage, warum es auf keinen Fall bekannt werden sollte", sagte Oppermanns Parteikollegin.

Linke-Fraktionschefin Sara Wagenknecht monierte die zunächst unterlassene Versteuerung der Honorarzahlung für den 71-Jährigen durch den DFB.

"Unter dem Glanz des Sommermärchens kommt nun der dunkle Schatten halbkrimineller Strukturen im Fußball-Geschäft zum Vorschein. Offenbar hat zum gängigen Geschäftsgebaren des DFB damals gehört, Millionen am Fiskus vorbeizuschleusen. Die Vorgänge müssen restlos aufgeklärt werden. Schließlich heißt der Sport nicht Steuerhinterziehung, sondern Fußball", sagte Wagenknecht.

Der DFB hatte erst 2010 mit mehrjähriger Verspätung nach einer Betriebsprüfung fällige Abzugssteuern von fast 1,2 Millionen Euro für Beckenbauers Honorar an das Finanzamt abgeführt. 

Beckenbauer erstattete dem Verband die Summe kurz darauf vollständig zurück, nachdem das Idol sein persönliches Honorar nach Angaben seiner Anwälte zuvor bereits in seiner Wahl-Heimat "ordnungsgemäß" versteuert hatte.

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