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Fussball: 2. BL 04/05, 1. FC Koeln - SpVgg Greuther Fuerth
Bodo Illgner war zwischen 1987 und 1994 deutscher Nationaltorwart © Getty Images

Ex-Nationaltorwart Bodo Illgner feiert seinen 50. Geburtstag. Für einen bestimmten abgewehrten Elfmeter bei der WM 1990 ist er bis heute in Erinnerung geblieben.

Keine großen Reden, keine große Feier: Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Bodo Illgner begeht am Freitag im kleinen Kreis mit seiner Frau Bianca und seinen drei Kindern in seiner Wahlheimat Boca Raton im US-Bundesstaat Florida seinen 50. Geburtstag.

"Wenn ich nicht ständig daran erinnert würde, dass ich einen runden Geburtstag habe, würde ich mir darüber keine großen Gedanken machen. Mir ist aber schon klar, dass ich keine 20, 30 oder 40 mehr bin", sagt der gebürtige Koblenzer und muss beim nächsten Satz herzhaft lachen: "Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich über einen 'alten' Mann spreche, der gerade mal Mitte 50 ist, und dann fällt mir auf, dass ich davon nicht mehr weit entfernt bin."

Grundsätzlich hat Illgner mit dem Alter aber keine Probleme, schließlich ist er in jeder Hinsicht noch topfit. Wenn es seine Zeit zulässt, trainiert der 54-malige Nationalspieler in den USA oder auch in Spanien, wo er ebenfalls ein paar Monate im Jahr verbringt, junge Torwart-Talente: "Es macht mir Spaß, meine Erfahrung weiterzugeben."

Traum vom Job als Sportdirektor

Aktuell versteht sich der frühere Profi des 1. FC Köln und von Real Madrid aber mehr als TV-Experte auf Abruf. "Ich verfolge den Fußball weltweit, bin immer auf dem neuesten Stand, nicht nur bei der Bundesliga", berichtet Illgner, der sowohl von US-Sendern als auch in Deutschland, zum Beispiel von Sky, gerne ans Mikrofon gebeten wird.

Im Hinterkopf hat Illgner aber immer noch einen Traum, den er seit Jahren verfolgt. "Ich würde gerne als Sportdirektor arbeiten, am liebsten in der Bundesliga. Ich war 16 Jahre als Profi beim 1. FC Köln und Real Madrid und habe dabei sehr viel gelernt. Vor allem bei Real konnte ich viel hinter die Kulissen schauen und habe dadurch einen Blick für das Wesentliche bekommen. Wenn sich diese Möglichkeit ergibt, kann ich mir sehr gut vorstellen, nach Deutschland zurückzukommen."

Abgewehrter Elfer im WM-Halbfinale 1990

Am Freitag wird Illgner noch einmal in die Vergangenheit blicken und seine Karriere, die immer mit dem abgewehrten Versuch von Stuart Pearce im Elfmeterschießen des WM-Halbfinales 1990 gegen England in Verbindung gebracht wird, Revue passieren lassen.

"Ich bin keiner, der pausenlos in Erinnerungen schwelgt", sagt das Geburtstagskind und führt weiter aus: "Aber natürlich waren der WM-Titel sowie der Champions-League-Sieg und die beiden Meisterschaften mit Real die absoluten Highlights."

Nationalelf-Rücktritt war ein Fehler

Aber auch negative Dinge sind Illgner, der sich zum Geburtstag "Gesundheit für meine Familie und mich" wünscht, in Erinnerung geblieben: "Mein Rücktritt aus der Nationalelf nach der WM 1994 war ein Fehler. Diese Entscheidung war zu emotional und unüberlegt."

Anschließend kam es zum Streit mit dem damaligen Bundestrainer Berti Vogts: "Wir haben uns ausgesprochen, und ich kann ihm wieder in die Augen schauen."

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