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Dribbelt Juventus-Star Paulo Dybala künftig bei Freistößen? © Getty Images

München - Die FIFA-Regelhüter wollen Fußball durch radikale Änderungen "fairer und attraktiver" machen. Unter anderem soll der Nachschuss beim Elfmeter verboten werden.

Nur noch 60 Minuten Spielzeit, Tor statt Elfmeter bei Handspiel auf der Linie, Punktabzug bei Kritik am Schiedsrichter - der Fußball könnte vor einer Revolution stehen.

Jedenfalls wenn es nach den Regelhütern der FIFA geht, dem International Football Association Board (IFAB).

Dessen technischer Direktor David Elleray hat ein radikales Strategiepapier mit dem Namen "Fair Play" vorgelegt, aus dem die Londoner Times nun die Einzelheiten veröffentlicht hat.

Ziel sei es, den Fußball attraktiver und fairer zu machen. Zudem soll der Ball mehr im Spiel gehalten sowie das Verhalten von Spielern und Trainern verbessert werden.

Die Vorschläge im Überblick:

- Die Spieldauer wird von 90 auf 60 Minuten (zwei Halbzeiten a 30 Minuten) reduziert, allerdings wird die Spielzeit bei jeder Unterbrechung angehalten.

- Mehr als eine Berührung bei Freistößen und Eckbällen durch einen Spieler möglich. Damit könnte man sich zum Beispiel den Ball selber vorlegen und aufs Tor dribbeln.

- Der Ball muss bei Standards nicht ruhen.

- Kurzer Abstoß zu Spielern im eigenen Strafraum, um statt langer Bälle das Passspiel zu fördern. Dies wird im Jugendbereich bereits getestet.

- Elfmeter (statt indirektem Freistoß) bei Aufnahme eines Rückpasses durch den Torwart mit der Hand.

- Tor statt Strafstoß bei Handspiel auf der Torlinie, unabhängig davon, ob der Ball ins Tor geht oder nicht.

- Kein Nachschuss nach einem Elfmeter erlaubt, Spiel wird stattdessen mit Torabstoß fortgesetzt.

- Tor- oder Punktabzug bei (deutlicher) Kritik am Schiedsrichter.

- Schlusspfiff erst möglich, wenn der Ball nicht mehr im Spiel ist.

"Ein radikales Dokument" 

"Es ist ein radikales Dokument. Man kann sagen, dass es eine stille Revolution ist, um den Fußball zu verbessern", sagte Elleray, früher Schiedsrichter in der Premier League.

Nach seinem Willen sollen die Vorschläge in den kommenden Monaten innerhalb der FIFA diskutiert und dann beim nächsten IFAB-Meeting im März 2018 abschließend besprochen werden.

 "Es gibt kein Zeitlimit, sondern wir haben eine Fünfjahres-Strategie. Manche Änderungen werden schneller kommen, andere gar nicht. Es hängt davon ab, was der Fußball will", sagte Elleray.

Das IFAB besteht aus acht Mitgliedern, vier aus der FIFA und je einem aus England, Schottland, Wales und Nordirland. Entscheidungen benötigen mindestens sechs Stimmen, wobei die FIFA immer ihre vier Stimmen im Block abgibt.

Sollte der IFAB, der auch als Gralshüter der Fußball-Regeln bezeichnet wird, die Vorschläge teilweise oder komplett verabschieden, müsste danach noch die FIFA über die Umsetzung entscheiden.

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