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Tumult in Osnabrück
Nach Schlusspfiff kommt es in Osnabrück zu tumultartigen Szenen auf dem Rasen © Imago

Im Derby zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster kommt es nach dem Schlusspfiff zu tumultartigen Szenen auf dem Rasen. Auslöser ist ein verletzter VfL-Profi.

Skandal beim  2:2-Unentschieden von Preußen Münster beim VfL Osnabrück!

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Bastian Dankert stürmte plötzlich der derzeit verletzte VfL-Profi Tom Merkens von der Tribüne aufs Spielfeld.

Es kam zu einem Gerangel mit Münsters Amaury Bischoff, wobei der Preußen-Profi nach einem Schubser von Merkens zu Boden ging. 

Es folgte ein Handgemenge zwischen Verantwortlichen beider Lager.

VfL Osnabrueck  - Team Presentation
Tom Merkens bei der Teampräsentation vor Saisonstart © Getty Images

Rache für Knöchelbruch

Grund für die Attacke: In einem der vergangenen Duelle im vergangenen Jahr hatte Bischoff Merkens bei einem Foul das Sprunggelenk gebrochen. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler konnte seither kein Spiel für Osnabrück bestreiten.

Merkens erklärte dem Schiedsrichter hinterher, er sei auf den Platz gelaufen, um mit seiner Mannschaft den durch Halil Savrans Treffer in der Nachspielzeit geretteten Punkt zu feiern.

Im Spiel gegen Münster hielten Mitspieler beim Torjubel nach der 1:0-Führung ein Trikot mit seiner Rückennummer hoch.

Torjubel Osnabrück
Spieler des VfL Osnabrück präsentieren beim Torjubel ein Trikot des verletzten Tom Merkens © Getty Images

Pfiffe gegen Bischoff

Für Bischoff wurde das Spiel in Osnabrück zum Spießrutenlauf, schließlich wurde der 28-Jährige bei jeder Ballberührung von den Heimfans ausgepfiffen. Wegen Ausschreitungen beim letzten Derby waren insgesamt nur 9000 Zuschauer und keine Gästefans zugelassen.

Der VfL, der wegen eines Feuerzeugwurfs bereits aus dem DFB-Pokal ausgeschlossen wurde, muss nach dem Vorfall möglicherweise Konsequenzen fürchten. Schiedsrichter Dankert vermerkte die Aktion in seinem Bericht.

"Ich habe unmittelbar nach Abpfiff eine mir unbekannte Person auf den Rasen laufen und den Spieler Bischoff umstoßen sehen. Genauso habe ich es auch aufgeschrieben", sagte Dankert der Bild.

VfB Stuttgart II v Preussen Muenster  - 3. Liga
In Osnabrück wegen seiner Vorgeschichte bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen: Münsters Amaury Bischoff © Getty Images

Merkens entschuldigt sich

Bischoff setzt in dem Fall auf die TV-Bilder. "Er hat mich geschubst. Das Video wird alles zeigen", sagte Bischoff. Auf eine Anzeige gegen Merkens wolle er verzichten. "Ich hoffe nur, er wird sich bei mir dafür persönlich entschuldigen, so wie ich es vor zwei Jahren mehrfach bei ihm getan habe", sagte Bischoff.

Dies hat Merkens nun laut VfL-Pressemitteilung auch telefonisch getan und sein Fehlverhalten bedauert. "Auch wenn ich lediglich mit dem Zweck, den Ausgleichstreffer zu bejubeln, mit dem Schlusspfiff
auf das Spielfeld rannte, hätte es nicht zu dem Schubser kommen dürfen", sagte er. Bischoff akzeptierte die Entschuldigung.

Trotzdem toleriert der Verein das Verhalten seines Spielers nicht. "Auch wenn Tom lediglich mitjubeln wollte und keine andere Intention verfolgte, hat er einen gegnerischen Spieler weggeschubst. Dieses Verhalten ist unsportlich und steht nicht für die Werte des Fußballs sowie die des VfL Osnabrück", sagte Sportkoordinator Lothar Gans in einer Erklärung. Für sein Fehlverhalten wurde Merkens zudem mit einer "disziplinarischen Strafe" belegt.

VfL-Trainer Joe Enochs verurteilte den Platzsturm seines Schützlings. "Spieler, die nicht im Kader stehen, haben auf dem Platz nichts verloren", sagte Enochs.

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