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Fans von Hansa Rostock
Hansa Rostock muss nach erneuten Krawallen mit verstärkter Kritik leben © Getty Images

Nach den Ausschreitungen beim Drittligaspiel zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Magdeburg rückt Rostocks Vorstands-Chef Michael Dahlmann in die Kritik.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Rostocks Polizeipräsident Michael Ebert attackierten Dahlmann laut Ostseezeitung ungewohnt scharf.

Caffier sah nach den erneuten Krawallen "ganz klar den Vorstand und seinen Vorsitzenden in der Pflicht, den geäußerten Beteuerungen auch Taten folgen zu lassen".

Der Verein trage die Verantwortung für die Sicherheit im Stadion. Ebert griff den Hansa-Chef ebenfalls an.

"Ich würde mich freuen, wenn der Vorstandsvorsitzende die Phase der plakativen Entrüstung verlassen und wieder zu einer Zusammenarbeit mit den gesellschaftlichen Partnern zurückfinden würde", sagte der Polizeichef der Hansestadt und warf Dahlmann populistisches Auftreten vor.

Dahlmann hatte auf Krawalle mit verbaler Entrüstung reagiert. "Wir sind sauer und wütend über das, was dort passiert ist. Ich persönlich bin tief betroffen darüber, dass auch Menschen verletzt wurden", so der Hansa-Chef: "Es ist eine Grenze erreicht, jetzt ist Schluss."

Offenbar hat Dahlmann im Vorfeld der Partie nicht optimal mit der Polizei kooperiert. Caffier forderte, "dass der Vorstand auch wieder auf die Polizei zugeht und sich mit ihr und nicht mit der Fanszene bespricht."

Irgendwie müsse die Pyrotechnik ja in die Blöcke des Stadions kommen. Laut Innenminister sollten unbedingt Ausschlussverfahren und die Aberkennung der Mitgliedschaften in Erwägung gezogen werden.

Fans von beiden Klubs hatten sich am Mittwochabend mit Feuerwerkskörpern beschossen.

Vor und nach der Partie kam es zu gewaltsamen Übergriffen. Zudem hatten 100 vermummte Chaoten aus dem Hansa-Umfeld die neue Polizeizentrale in Rostock angegriffen.

Der Klub ergriff bereits Maßnahmen und schloss für das nächste Heimspiel gegen Dynamo Dresden am 3. Oktober (14.00 Uhr) die Südtribüne im Ostseestadion.

Damit werden rund 2500 zur Ultraszene gehörende Fans vom Derby ausgeschlossen. Dahlmann will durchdrücken, dass Karten, die bereits verkauft sind, nicht ersetzt werden.

Juristische Folgen befürchtet der Klubchef offenbar nicht.

 

Allerdings ist noch nicht sicher, ob die Ultras tatsächlich draußen bleiben. Kurioserweise sind noch 8000 Karten für das Spiel im freien Verkauf.

Kritik am Sicherheitssystem für das brisante Derby wies Dahlmann zurück: "Wir haben alles Erdenkliche gemacht, auch in Abstimmung mit dem Gastverein und DFB." 

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