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Stefan Reuter (l., mit Trainer Weinzierl) ist seit dem 27. Dezember 2012 Sportchef beim FC Augsburg
Stefan Reuter (l., mit Trainer Weinzierl) ist seit dem 27. Dezember 2012 Sportchef beim FC Augsburg © getty

München - Nach zwei Pleiten zum Start ist die Euphorie beim FC Augsburg erstmal verflogen. Sportchef Stefan Reuter spricht bei SPORT1.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen, 2:5 Tore.

Der Start des FC Augsburg in die neue Bundesliga-Saison ging gründlich daneben.

Nimmt man noch das peinliche Aus beim Viertligisten 1. FC Magdeburg in der ersten Runde des DFB-Pokals und die 1:2-Niederlage im Test gegen den zweitklassigen 1. FC Heidenheim während der Länderspielpause hinzu, könnte man sogar schon von einer kleinen Krise sprechen.

Die Euphorie aus der grandiosen Vorsaison, in der die als sicherer Abstiegskandidat gehandelten Fuggerstädter um ein Haar die Europa League erreicht hätten und letztlich Tabellenachter wurden, ist vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Eintracht Frankfurt (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm u. im TICKER) jedenfalls erst mal verflogen. Auch bei Stefan Reuter.

Reuter: "Es läuft noch nicht rund"

Der Manager des FCA ist ganz und gar kein Träumer. Dass die Augsburger mit ihren vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln fortan nicht dauerhaft um die Europapokal-Plätze mitspielen würden, war dem 47-Jährigen schon vor der Saison klar.

Damit, dass sie sich in den ersten Wochen dieser noch jungen Spielzeit derart schwer tun würden, hatte er aber wohl nicht gerechnet.

"Natürlich ist es enttäuschend, wenn du nach zwei Spielen noch ohne Punkt da stehst", sagt Reuter im Gespräch mit SPORT1 und gesteht: "Es läuft noch nicht besonders rund."

Neuzugänge und Defensive mit Problemen

Zum einen, sagt er, liege das daran, "dass die Neuzugänge noch nicht richtig integriert sind".

Zum anderen "stehen wir hinten bisher nicht so geschlossen auf dem Platz wie in der vergangenen Saison".

Mit Torjäger Tim Matavz, der aus Eindhoven gekommen ist, dem früheren Mainzer Shawn Parker oder auch dem Ex-Fürther Abdul Rahman Baba habe der FCA zwar durchaus "gute Jungs dazu bekommen", sagt Reuter, schränkt aber zugleich ein: "Es dauert aber immer ein Weilchen bis ein Rad ins andere greift."

Starke Moral gegen Dortmund

Hoffnung macht Reuter besonders die starke Augsburger Schlussphase bei der 2:3-Niederlage gegen Vizemeister Dortmund vor zwei Wochen.

"Es war extrem wichtig für uns, dass wir gegen den BVB nach 0:3-Rückstand noch mal so rangekommen sind", sagt er rückblickend: "Da hat man gesehen, dass wir mit der nötigen Aggressivität und dem Auge für die richtigen Räume immer unsere Torchancen bekommen - egal gegen welchen Gegner."

Auch gegen Frankfurt? "Sie sind deutlich besser als gestartet als wir", gesteht Reuter mit Blick auf die vier Zähler, die die Hessen bisher schon gesammelt haben, fügt aber auch hinzu: "Wir arbeiten hart und ich bin zuversichtlich, dass wir gegen die Eintracht endlich anfangen zu punkten."

Klassenerhalt steht über allem

Aus der Ruhe bringen lassen will sich Augsburgs Manager jedenfalls nicht.

"Bei uns sind alle realistisch", betont er. Und das sei auch nie anders gewesen. Platz acht in der vergangenen Spielzeit hin oder her.

"Solange wir am Ende drei Teams finden, die in der Tabelle hinter uns stehen, haben wir wieder eine riesige Saison gespielt", sagt Reuter.

Für den FCA gelte es, "ein stabiler Erstligist zu werden", erklärt er: "Aber dafür muss man sich erst mal ein paar Jahre halten. Wenn die TV-Gelder und Sponsoreneinnahmen dann irgendwann steigen, kann man auch mal Platz zehn bis zwölf als Saisonziel ausgeben."

Ähnlicher Start wie in der Vorsaison

Bis dahin versucht Reuter den Ball beziehungsweise die Erwartungen im Umfeld flach zu halten.

Schritt für Schritt wollen sich die Augsburger in der Beletage des deutschen Fußballs etablieren. Wie in der Vorsaison.

Auch da standen sie nach zwei Spieltagen ohne Punkte da. Das Ende ist bekannt.

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