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Shinji Kagawa (M.) kehrte im Sommer von Manchester United zu Borussia Dortmund zurück © Imago

Dortmund - Ein Regisseur hätte das Comeback Shinji Kagawas beim BVB nicht besser inszenieren können. Jürgen Klopp jubelt, Kehl bremst.

"Kagawa Shinji" schallte zum x-ten Mal ohrenbetäubend durch das Stadion, obwohl die Partie längst abgepfiffen und der Hauptdarsteller den Rasen von Krämpfen geplagt schon 26 Minuten zuvor verlassen hatte.

Dortmund feierte euphorisch seinen Heimkehrer nach einem Comeback wie im Märchen, das kein Regisseur besser hätte inszenieren können. "Ich hatte ständig Gänsehaut", meinte der Japaner hinterher.

"Er war heute schon eine prägende Figur. Das war gut, für das erste Spiel sogar sehr gut, und er hat sich einen Krampf gelaufen. Das ist auch ein gutes Zeichen", sagte Borussen-Trainer Jürgen Klopp nach dem 3:1 (2:0) des deutschen Vizemeisters gegen den SC Freiburg (BERICHT: Rückkehrer Kagawa führt BVB zum Sieg).

Am Ende stand für Kagawa nach der Rückkehr vom englischen Rekordmeister Manchester United ein Weltklasse-Pass zu Kevin Großkreutz vor dem Führungstreffer durch Adrian Ramos (34.) und ein Treffer (41.) in der Statistik seines spektakulären 50. Bundesliga-Auftritts.

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Kehl bremst

"Das Gefühl ist schwierig zu beschreiben. Aber es war eine Freude, wieder in diesem Stadion zu spielen", schilderte er.

Nach zwei Jahren als Edelreservist und ohne Perspektive auf eine Beförderung zum Stammspieler bei ManUnited schien sich der 25-Jährige in der alten Fußball-Heimat den Frust von der Seele spielen zu wollen - nach 64 Minuten streikten jedoch die Beine.

"Schneller Fußball, Gegenpressen und schnelles Umschalten erfordern viel Kraft", meinte Kagawa, der nicht im Zorn auf seine 25 Monate in der englischen Premier League zurückblicken wollte. "Ich denke, dass ich dort viel gelernt habe."

Das Fußballspielen habe er zum Glück dort nicht verlernt, stellte auch BVB-Routinier Sebastian Kehl fest. "Er wird noch ein bisschen Zeit brauchen, damit er wieder der alte Shinji werden kann. Nach einer Stunde war er platt."

So klang Shinji Kagawas Traum-Comeback bei SPORT1.fm:

Klopp ist begeistert

Jetzt heißt es für Kagawa regenerieren für den Champions-League-Auftakt am Dienstag (ab 20.15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm u. im TICKER) gegen den FC Arsenal.

Es sei schwer für alle gewesen, weil seine Mannschaft in dieser Zusammensetzung aufgrund der Verletztenmisere noch nie aufgelaufen war, sagte Klopp.

Aber besonders schwer sei es für Kagawa gewesen, viel sei auf ihn in den letzten zwei Wochen eingeströmt. "Dafür war es herausragend, was er gespielt hat", sagte der BVB-Trainer lobend.

Neben dem acht Millionen Euro teuren Heimkehrer Kagawa setzte der Zehn-Millionen-Neuzugang Adrian Ramos die Glanzpunkte beim verdienten zweiten Saisonsieg. "Und er kann es noch besser", meinte Klopp.

Wieder nicht ohne Gegentreffer

Erst am Freitag war zudem Pierre-Emerick Aubameyang von einem Länderspiel mit Gabun in Lesotho zurückkehrt und steuerte den dritten Treffer (78.) bei.

Ärgerlich, dass der BVB erneut nicht ohne Gegentreffer blieb, weil ein Schussversuch von Freiburgs Oliver Sorg (90.) an Freund und Feind vorbei plötzlich und unerwartet im Dortmunder Gehäuse landete.

Derartige Blackouts, das wissen die Borussen nur zu genau, dürfen sie sich gegen die Gunners mit den Weltmeistern Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski nicht erlauben. Gegen Freiburg hat es gereicht, "obwohl nicht alles funktioniert hat", wie Klopp analysierte.

Sein Kollege Christian Streich und Freiburg warten weiter auf den ersten Dreier der neuen Spielzeit. Der Frust beim SC-Coach saß tief: Nach Kagawas 0:2 "war das Spiel entschieden. Dortmund war besser, fertig, aus."

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