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Mirko Slomka trainierte vor dem HSV Hannover 96 © Getty Images

SPORT1-Experte Thomas Berthold glaubt nicht an Besserung beim HSV. Auch Schalke sieht er auf die nächste Pleite zusteuern.

Hallo Fußball-Freunde,

zum HSV fällt mir nach der Pleite gegen Hannover eigentlich nur noch ein: Der Kredit ist langsam verspielt für Mirko Slomka.

Wenn du saisonübergreifend so schlecht Fußball spielst, dann ist das Maß irgendwann einfach voll.

Natürlich dauert es, all die neuen Spieler zu integrieren, dazu ist mit Dietmar Beiersdorfer ein neuer Chef gekommen. Doch diese Zeit hast du eben nicht - in einer Medienstadt wie Hamburg sowieso nicht.

Das ist eine Zwickmühle, da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Am Ende des Tages müssen eben Ergebnisse her, sonst bleibst du in der Schusslinie.

Dass Mirko Slomka nun ausgerechnet gegen die Bayern und Gladbach etwas holt, kann ich mir absolut nicht vorstellen.

Auf Schalke brennt ebenfalls der Baum: Unfassbar finde ich dabei den Wirbel um den Facebook-Eintrag von Tranquillo Barnetta.

Du musst heute als Profi doch so viel Sensibilität haben und wissen, dass so etwas in den sozialen Netzwerke eine Riesendynamik nimmt. Da muss ich doch einen Medienprofi haben, der so etwas für mich steuert.

Das lenkt aber nur von den eigentlichen Problemen auf Schalke ab: Denn in den entscheidenden Phasen muss ein Impuls aus der Mannschaft kommen, um sich aus der Krise zu ziehen.

Bis auf Keeper Ralf Fährmann geht momentan doch kein Schalker an seine Leistungsgrenze. Die anderen rennen alle nur der Musik hinterher, niemand übernimmt Verantwortung wie beim kompletten Versagen gegen Gladbach mit vier Gegentoren.

Jens Keller ist da nicht zu beneiden.

Ich schätze Clemens Tönnies aber so ein, dass er - wie im Volkswagen Doppelpass vor zwei Wochen gesagt - an seinem Bekenntnis zum Trainer erst mal festhält.

In der Champions League gegen Chelsea kannst Du insofern nun eigentlich nur gewinnen.

Aber auch wenn man gegen einen solchen Gegner vielleicht zusätzlich motiviert ist: So leicht legt man den Schalter trotzdem nicht um.

Zumal Chelsea auch eine ganz andere individuelle Qualität hat als Schalke. Ich glaube nicht, dass da etwas herausspringt.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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