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Philipp Lahm gewann mit dem FC Bayern 2013 das Triple

Bayern-Kapitän Philipp Lahm spricht bei <strong>SPORT1</strong> über die Dauerbelastung und erklärt, wie er Verletzungen zu vermeiden hofft.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Anni Hermann

München - Zehn Jahre lang ist Philipp Lahm im Takt mitgetanzt. Der Rhythmus: Bundesliga, DFB-Pokal, Champions-League und natürlich Nationalmannschaft.

Wie Fußballprofis an den Rand der Belastung und bisweilen darüber hinaus getrieben werden, weiß Lahm, der im Juli als DFB-Kapitän zurückgetreten ist, bestens (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit entsprechender Expertise ordnete er am Mittwoch die aktuelle Debatte ein über Fußballer im Dauerstress, den Dreitagesrhythmus und Verletzungen in Serie.

"Die Belastung ist schon hoch für die Spieler, besonders für die Nationalspieler, weil sie wenige Wochen haben, die keine englischen Wochen sind", sagte Lahm im Gespräch mit SPORT1, das im Rahmen eines Werbetermins für den Paulaner Cup (6. Oktober LIVE im TV auf SPORT1) stattfand.

"Das Tempo ist sehr hoch"

"Es ist wenig Zeit zum Regenerieren. Das Tempo ist sehr hoch, der Fußball hat sich weiterentwickelt", erklärte der Bayern-Kapitän.

Bei strahlendem Sonnenschein referierte Lahm an der Säbener Straße über ein Thema, das die ganze Branche im Moment umtreibt.

(Mehr zum FC Bayern, Mi., ab 18.30 Uhr in Bundesliga aktuell)

Auf der VIP-Tribüne in München oder Dortmund saßen zuletzt Stars, die es gemeinsam - und fit - mit jeder Klasse-Mannschaft Europas aufnehmen könnten.

Franck Ribery, Arjen Robben, Thiago, Javi Martinez, Bastian Schweinsteiger oder Holger Badstuber hier, Roman Weidenfeller, Mats Hummels, Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan, Ilkay Gündogan oder Nuri Sahin da.

Guardiola beklagt Müdigkeit

"Wir verlangen zu viel von den Spielern. Die großen Vereine verlieren Punkte, sie sind müde, brauchen Zeit", hatte Bayern-Trainer Pep Guardiola jüngst gewarnt.

In der nächsten Länderspielpause nach dem Spiel gegen Hannover 96 kann immerhin Lahm, lange Jahr selbst einer der Dauergehetzten, Kraft schöpfen, ganz ohne Reisestress und Dauerbelastung.

Das helfe "mit Sicherheit", meinte er gegenüber SPORT1. "Ich bin schon 30", sagte der Weltmeister mit Blick auf seinen Rücktritt aus der Nationalelf: "Ich habe es nicht unüberlegt gemacht, ich finde, das ist ein großer Vorteil."

Pause für Kopf und Beine

Zudem hofft Lahm, nun auch besser vor Verletzungen gefeit zu sein.

"Ich hatte das Glück in den letzten Jahren wenige Verletzungen zu haben. Das wird mir helfen, in gewissen Abständen Pause zu haben, zu regenerieren und abzuschalten, was auch sehr wichtig ist."

Klopp wütend auf UEFA

Dass mehr Pausen nötig sind und der Terminkalender eingedampft werden muss, sehen sie in München genauso wie in Dortmund.

"Die WM hat alle Spieler viel Substanz gekostet", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp zum Thema. Der kurze Urlaub nach der Endrunde reiche da nicht.

Klopp nannte gleich einen der Schuldigen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA).

Die lassen in zwei Jahren in Frankreich eine EM mit 24 Mannschaften spielen, "weil irgendwelche Leute Spaß daran haben. Das macht keinen wahnsinnig großen Sinn für die Spieler".

Gehör glaubt Klopp mit seiner Anklage nicht zu finden. "Das ist wie einem Ochs ins Horn gepetzt, das kannst du auch einer Mikrowelle erzählen", schimpfte er.

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