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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt reagiert auf die Verletzung von Kevin Trapp und holt Timo Hildebrand. Der Routinier stellt sich hinten an.

Ein bischen verändert sieht Timo Hildebrand mit dem ungewohnten Vollbart aus.

Und auch die Ansprüche sind beim früheren Nationaltorwart andere geworden, als er bei Eintracht Frankfurt vorgestellt wird.

"Es wird kein Theater geben, die Absprachen sind klar", sagte der 35-Jährige am Donnerstag.

Die Eintracht reagierte mit der Verpflichtung des zuletzt vereinslosen Hildebrand zwar auf das Hinrunden-Aus von Stammtorwart Kevin Trapp (Syndesmoseriss im Sprunggelenk), der siebenmalige Nationalspieler muss sich bei den Hessen aber mit der Rolle des Reservisten begnügen - wie schon zuletzt beim FC Schalke 04. 

Als Nummer eins bis zur Rückkehr Trapps, der am Donnerstag erfolgreich in der Frankfurt BG Unfallklinik operiert wurde und am Freitag mit der Reha beginnt, ist der bisherige Ersatzkeeper Felix Wiedwald (24) gesetzt.

"Ich kann mich mit dieser Rolle zu 100 Prozent identifizieren. Ich hatte sie ja schon auf Schalke im letzten halben Jahr inne. Nun ist es eine Ehre für mich, der Eintracht zu helfen", sagte Hildebrand, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt:

"Felix hat jetzt die große Chance, sich über einen längeren Zeitraum zeigen. Ich biete ihm meine Hilfe an."

Hilfe bei seiner raschen Zusage hatte der gebürtige Wormser nicht nötig. Schließlich kennt sich Hildebrand bei der Eintracht bestens aus. Vor einem Jahr war er bereits Trainingsgast unter seinem früheren Coach Armin Veh.

"Wir haben am Mittwochmittag telefoniert, abends war dann alles klar. Dann habe ich den Kleinen ins Bett gebracht, den Koffer gepackt und bin losgefahren", berichtete Hildebrand von den zügigen Verhandlungen:

"Ich freue mich, wieder Bundesliga-Luft zu atmen. Jetzt werde ich mich akklimatisieren und jede Einheit nutzen, um fitter zu werden."

Hildebrand beteuerte, dass er nicht bei Null anfangen müsse. Er habe zuletzt fast täglich beim Karlsruher SC trainiert, in Stuttgart arbeite er mit einem persönlichen Trainer. Das habe ihm die Gelassenheit gegeben, die Anfragen anderer Vereine abzulehnen, weil er bei den Angeboten kein "gutes Gefühl" hatte.

"Ich habe mich nicht mehr so verrückt gemacht, weil ich keinen Klub hatte. Ich hatte die Situation ja vor drei Jahren schon", erklärte der früherer Meister-Keeper des VfB Stuttgart:

"An ein Karriere-Ende habe ich nicht gedacht. Ich habe noch Spaß und Lust darauf, Fußball zu spielen. Auch nach dieser Saison will ich noch nicht Schluss machen."

Die Lust Hildebrands war das Glück der Eintracht. "Timo ist für uns die optimale Lösung", sagte Sportchef Bruno Hübner: "Wir haben vollstes Vertrauen in Felix, und Timo kennt die Situation auf der Bank aus seiner Schalker Zeit."

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