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Timo Horn gab 2012 sein Profidebüt für den 1. FC Köln

Vor dem Spiel gegen den FC Bayern spricht Kölns Torwart Timo Horn bei SPORT1 über seine Serie, das DFB-Team und Manuel Neuer.

Von Denis de Haas

München/Köln - Nun hat es auch Timo Horn erwischt.

Der Torwart des 1. FC Köln musste erstmals in einem Bundesliga-Spiel den Ball aus dem Netz holen. Nach 365 Minuten beendete Hannovers Joselu die Serie des 21-Jährigen.

Das erste Gegentor kann Horns bisherigen guten Eindruck aber nicht verwässern. Der gebürtige Kölner hat sich schnell in der neuen Spielklasse zurechtgefunden.

Deshalb wollen die Domstädter auch mit dem U-21-Nationaltorwart verlängern. Horns Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2016. Der FC strebt einen langfristigen Kontrakt an. Horn hatte zuletzt auch durchklingen lassen, dass seine Zukunft zunächst in Köln liegt.

Die entscheidenen Gespräche stehen in den kommenden Wochen an. Nun steht für Horn und seine Teamkollege ein echtes Kracherspiel an. Die Kölner empfangen den FC Bayern München im eigenen Stadion (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm u. im TICKER).

Der Rekordmeister hat die Rheinländer beim bislang letzten Pflichtspiel beider Klubs in die Zweite Liga geschossen.

Die 1:4-Niederlage im Mai 2012, die von schweren Ausschreitungen begleitet wurde, hat Horn noch als Ersatztorwart erlebt. Nach dem Abstieg bekam er das Trikot mit der Nummer eins - und gab es nicht mehr her.

Im SPORT1-Interview spricht der Kölner über Momente der Enttäuschung, Ambitionen im Nationalteam und das Duell mit Manuel Neuer und Bayerns Offensivstars.

SPORT1: Beim letzten Spiel gegen die Bayern erlebte der 1. FC Köln einen der schlimmsten Momente der jüngeren Vereinsgeschichte. Es gab nach dem Abstieg schlimme Szenen. Wie haben Sie das damals als Ersatzkeeper erlebt?

 Timo Horn: Solche Szenen sind immer enttäuschend für einen Fußballer. Wir standen damals vor dem Spiel gegen Bayern auf dem Relegationsplatz, hätten wir gewonnen wären wir vielleicht nicht abgestiegen. Stattdessen lief es richtig schlecht für uns, wir haben 1:4 verloren und sind abgestiegen. Da war die Enttäuschung bei uns Spielern und bei den Fans natürlich riesengroß.

SPORT1: Wie ist die Stimmung rund zweienhalb Jahre später?

Horn: Wir sind jetzt wieder in der Bundesliga und freuen uns auf das Spiel gegen die Bayern. Hoffentlich können wir diesmal ein etwas besseres Ergebnis erzielen.

SPORT1: Sie haben nun fünf Bundesliga-Spiele bestritten. Wo sehen Sie als Torwart die größten Unterschiede zur Zweiten Liga?

Horn: Die Vorbereitung auf die jeweiligen Spiele unterscheiden sich nicht so sehr zur Zweiten Liga. Wir analysieren unseren Gegner genau, erkennen die Stärken und Schwächen und erarbeiten uns eine Taktik. Der Unterschied ist natürlich die enorm hohe Qualität, die in der Bundesliga herrscht, wenn dann ein Robben oder Müller auf dich zu kommen. Aber die Arbeit an sich ist dieselbe.

SPORT1: Bis zum Hannover-Spiel war ihre Zu-Null-Serie ein großes Thema. In wieweit haben Sie sich selber mit der Statistik beschäftigt?

Horn: Ich selber habe mich mit dem Thema nicht wirklich beschäftigt. Von Seiten der Medien wurde ich ja fast täglich darauf angesprochen. Klar hat es mich gefreut eine solch lange Serie aufzustellen, aber daran war ja die ganze Mannschaft beteiligt.

SPORT1: DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke hat zuletzt eine Art Schnupperkurs für junge Torhüter bei der A-Nationalmannschaft angekündigt. Fühlen Sie sich da auch angesprochen?

Horn: Für das eigene Land zu spielen ist natürlich etwas ganz Besonderes. Ich habe schon fünf Spiele für die U21-Nationalmannschaft gemacht und freue mich, wenn der Trainer auf mich baut. Ich finde, man kann immer dazulernen, aber aktuell befasse ich mich nur mit den kommenden Aufgaben in der Bundesliga.

SPORT1: Am Samstag steht Ihnen der beste Torwart der Welt gegenüber. Was können Sie sich von einem Manuel Neuer noch abschauen?

Horn: Manuel Neuer ist ein überragender Torwart, das hat er bei der WM dieses Jahr wieder mal bewiesen, aber auch in der Bundesliga zeigt er seine Klasse jede Woche aufs Neue. Grundsätzlich kann man sich von jedem Torhüter auf höchstem Niveau etwas abschauen.

SPORT1: Sie haben in der vergangenen Saison die "Weiße Weste" in der Zweiten Liga gewonnen. Ist das Ansporn diesen Preis noch mal zu gewinnen?

Horn: Natürlich sind Preise immer schön, aber Fußball ist ja bekanntlich ein Mannschaftssport. Daher steht für mich auch die Mannschaftsleistung an erster Stelle. Alles darüber hinaus ist ein schöner Nebeneffekt.

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