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Hamburg - Das Schlusslicht will verhindern, dass der Torfluch historisch wird. Die Personalnot von Eintracht Frankfurt kann dabei helfen.

Hamburg - Torflaute, Torblockade, Torphobie - Pierre-Michel Lasogga, Nicolai Müller und Co. bekommen die Schwäche des Hamburger SV jeden Tag vorgehalten.

Nicht einen einzigen Treffer hat der Bundesliga-Dino an den bisherigen fünf Spieltagen dieser Saison zu Stande gebracht - von einem Blick in die Zeitung rät ihnen Chefcoach Joe Zinnbauer aus purem Selbstschutz erst einmal ab.

"Alle schreiben, dass wir kein Tor schießen. Da ist es klar, dass sich vielleicht der eine oder andere Spieler davon beeindrucken lässt", sagte der 44-Jährige vor dem Duell am Sonntagabend mit Eintracht Frankfurt (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER). 

Zumal sogar ein historischer Negativrekord droht. Nur der VfL Bochum blieb zu Beginn der Saison 1979/80 länger torlos. Bis zur 25. Minute des 6. Spieltags.

Emotionale Ansprachen

Motivator Zinnbauer, von seinen Profis für seine emotionalen Ansprachen gepriesen, glaubt nicht an ein Kopfproblem: "Die Spieler brauchen keinen Psychologen, um ein Tor zu schießen."

Doch der Druck vor allem auf Torjäger Lasogga nimmt von Spiel zu Spiel zu. Mit 15 Treffern in 30 Pflichtspielen für den HSV verfügt der 22-Jährige über eine hervorragende Bilanz, in der abgelaufenen Saison war er Hamburgs Lebensversicherung. 

Nun, da der HSV schon wieder auf dem letzten Tabellenplatz herumdümpelt, ist Lasoggas Selbstbewusstsein nur in Interviews ungebrochen.

"Wir alle geben Gas"

"Das Wort Krise kenne ich nicht. Wir alle geben Gas, ich gebe Gas, und irgendwann kehrt auch das Glück zurück", sagte er bei "Sky Sport News HD", gewohnt optimistisch.

Und ist damit auf einer Linie mit Zinnbauer, der sich für das Duell mit der Eintracht ein konsequenteres Auftreten in der Offensive wünscht.

"Wir müssen den letzten Ball noch besser in die Box bringen, daran arbeiten wir", sagte der Bundesliga-Frischling: "Wir brauchen einfach ein Erfolgserlebnis."

Schaaf lässt rotieren

Zinnbauer wird dabei mit Interesse zur Kenntnis genommen haben, dass Eintracht-Coach Thomas Schaaf hinten wohl gehörig zum Rotieren gezwungen ist.

Abwehrchef Carlos Zambrano ist aufgrund eines Infekts fraglich, der Ausfall von Keeper Kevin Trapp ist nicht mehr zu vermeiden.

Der 24-Jährige hat sich einen Syndesmoseriss zugezogen und wird vom gleichaltrigen Felix Wiedwald ersetzt. Für den kurzfristig verpflichteten Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand bleibt nur ein Platz auf der Bank.

Wiedwald hat kein Interesse daran, dem HSV in seinem ersten Startelfeinsatz das erste Tor zu gönnen. Der habe "viel mehr Druck als ich", befindet er in der "Frankfurter Rundschau".

Als ehemaliger Keeper des MSV Duisburg ist Wiedwald kein ganz unbeschriebenes Blatt, seine Bundesliga-Referenzen beschränken sich bislang auf zwei Kurzeinsätze.

Eintracht mit Personalsorgen

Beirren lässt Schaaf sich davon nicht. "Auf Felix können wir uns zu hundert Prozent verlassen. Er hat unser vollstes Vertrauen", sagte Schaaf, der für das Aufzählen aller Verletzten beide Hände braucht.

Constant Djakpa, Nelson Valdez (beide Kreuzbandriss), Johannes Flum (Muskelfaserriss), Jan Rosenthal und Sonny Kittel (beide Aufbautraining) werden ebenfalls fehlen.

Da ist es wohl nicht nur Höflichkeit, dass Schaaf da auch vor dem torlosen Tabellenletzten Demut zeigt: "Der HSV ist wesentlich besser, als es der Tabellenstand aussagt. Wir werden auf einen sehr engagierten Gegner treffen."

Hamburg: Drobny - Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek - Behrami, Arslan - Müller, Holtby, Stieber - Lasogga

Frankfurt: Wiedwald - Chandler, Zambrano, Russ, Oczipka - Medojevic - Aigner, Inui, Hasebe - Seferovic, Meier

Schiedsrichter: Florian Meyer

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