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Der BVB hat das Revierderby auf Schalke mit 1:2 verloren

SPORT1-Experte Thomas Helmer glaubt in seiner Kolumne nicht, dass Borussia Dortmund in kürzester Zeit zum FC Bayern aufschließen kann.

Hallo Fußball-Freunde,

Schalke hat das 145. Pflichtspiel-Derby gegen den BVB gewonnen. Das ist auch ein Verdienst von Jens Keller.

Denn ich finde, dass Schalkes Trainer sehr mutig aufgestellt hat. Das hat so niemand erwartet. Von daher ist er auch für den Erfolg mitverantwortlich.

Mitverantwortlich war sicher auch der erste Sieg am Dienstag in Bremen. Wahrscheinlich haben sie auch die Schnauze voll gehabt, dauernd kritisiert zu werden.

Beim Derby ist die Anspannung und Motivation noch einmal ein bisschen höher. Auf beiden Seiten haben sieben verletzte Spieler gefehlt. Von daher gibt es für Dortmund gar keine Ausrede. Schalke hat es vorgemacht, wie man ein bisschen leidenschaftlicher und konzentrierter an die Sache herangeht.

Jürgen Klopp hat bei Dortmund eben wegen der vielen Ausfälle derzeit folgendes Problem: Er muss Spieler, die auf anderen Positionen stärker sind, woanders aufstellen.

Erik Durm muss rechts aushelfen, obwohl seine Position eigentlich hinten links ist.

Auf der Sechserposition sind bei Dortmund Nuri Sahin und Ilkay Gündogan momentan verletzt. Die Position ist im modernen Fußball mit die wichtigste. Wenn man dort nicht optimal besetzt ist, wird es schwierig.

Das ist daher ein bisschen frustrierend. Man hat sich viel vorgenommen. Wenn eine Mannschaft die Bayern ärgern kann, dann Dortmund.

Sieben Punkte Rückstand nach sechs Spieltagen sind eine ganze Menge. Das ist ein bisschen ernüchternd, das hätte ich vor der Saison nicht gedacht. Es macht nicht so viel Hoffnung, dass sie die Bayern ärgern können.

Bayern-Jäger Nummer eins ist derzeit Borussia Mönchengladbach.

Deren Stürmer Max Kruse ist beim 2:1 in Paderborn erst nach einer Stunde eingewechselt worden. Für mich ist er in der Bundesliga einer der Besten auf dieser Position. Ich hoffe, dass er sauer ist, wenn er draußen sitzen muss und das dann auf dem Spielfeld auch zeigt.

In bezeichnender Form ist auch Christoph Kramer. Ich fürchte aber, dass er in der kommenden Saison weder in Leverkusen noch in Gladbach spielen wird, wenn er weiter so gut ist.

Fragen ergeben sich beim VfB Stuttgart.

Wenn man die vergangene Saison so gut analysiert hat, wie VfB-Präsident Bernd Wahler das sagt, und anschließend feststellt, dass es nicht funktioniert hat: Warum macht man dann nicht gleich im Sommer einen Schnitt?

Man muss aber auch dazu sagen: Fredi Bobic hat ja die Entscheidungen nicht alleine getroffen, das konnte er ja gar nicht.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer tritt als Experte im Volkswagen Doppelpass auf und wechselt sich bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Mario Basler und Thomas Strunz ab.

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