vergrößernverkleinern

Borussia Mönchengladbach ist nominell Bayern-Jäger. Granit Xhaka schielt auf die Spitze. Max Eberl widerspricht auf SPORT1.

München/Paderborn - Wer hat Angst vor Borussia Mönchengladbach? Das wüssten sie im Moment selbst gern beim Tabellen-Zweiten der Bundesliga.

Sportdirektor Max Eberl bleibt trotz des aktuellen Erfolgs betont gelassen: "Wir werden nicht nach oben durchknallen", sagte er am Sonntag im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1:

"Es ist noch viel Zeit, bis wir in der Champions League spielen können. Wir genießen die Situation, aber wir drehen nicht durch. Wir werden versuchen, die Schwächeperioden von anderen Konkurrenten auszunutzen - und das möglichst lange."

Geburtstagskind Granit Xhaka hatte direkt nach dem 2:1 (2:0) beim SC Paderborn schon deutlich mehr Lust auf Angriff. Bayern-Jagd? Na klar!

Xhaka schaut nach oben

"Wir stehen auf Platz zwei. Und ich finde schon, dass wir absolut nach oben schauen können", sagte der 22 Jahre alte Schweizer.

Und auch Patrick Herrmann hatte sein bestes Matchwinner-Gesicht aufgesetzt. Lächelnd stand der Flügelflitzer in der Interviewzone und stellte nach seiner starken Leistung fest: "Ich habe das schon mehrmals gesagt: Wenn es darauf ankommt, bin ich da."

Der 23-Jährige wollte aber trotz nur zweier Punkte Rückstand nichts davon wissen, jetzt "Bayern-Jäger Nummer eins" zu sein. Also wieder auf die Bremse. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei seinem ersten Startelf-Einsatz in der Bundesliga hatte Herrmann mit dem Führungstreffer und der Flanke zu Raffaels 2:0 kurz darauf entscheidenden Anteil am Sieg. SPORT1-Note 2 gab es zur Belohnung. (Hier gibt es alle Noten des Spieltags im Überblick)

(SHOP: Jetzt Fanartikel von Borussia Mönchengladbach kaufen)

Das Eigengewächs stand sinnbildlich für den größten Vorteil von Trainer Lucien Favre derzeit: Der konnte zum Abschluss der englischen Woche auf drei der vier Offensivpositionen rotieren - die drei frischen Kräfte waren am 1:0 abschließend beteiligt.

Favre gefällt sich als Rotator

"Wenn wir vorne wechseln müssen, haben wir mit Herrmann, Hrgota, Thorgan Hazard oder Traore viele Möglichkeiten" schwärmte Favre anschließend.

Angesichts der Dreifachbelastung findet der Schweizer Gefallen am steten Wechsel: "Ich denke, wir werden weiter rotieren."

Mehr als vier Spiele am Stück will der Coach seinen Offensivkräften nicht zumuten, ein Qualitätsverlust gegenüber dem vermeintlichen Stammpersonal um Max Kruse und Andre Hahn ist ohnehin nicht zu erkennen.

Herrmann fügt sich

Für seine Profis ist die Rotation noch kein Problem: "Der Trainer macht uns Mut. Uns bleibt nichts anderes übrig, als im Training dranzubleiben und Gas zu geben", sagte Herrmann als aktuelles Vorzeigemodell.

Zumal Favre ("Wir haben 20 Feldspieler, viele haben 30") mit seiner Rotation auch Verletzungen vermeidet und sein Team - wie gegen Paderborn - frischer in ein Spiel starten kann.

Dass es am Ende nochmal eng wurde, lag daher für den Trainer auch nicht am dichten Terminplan, sondern nur am starken Gegner und vergebenen Chancen: "Wir hätten das 3:0 machen müssen. Wenn du das nicht schafft, weißt du, dass du in Gefahr bist."

Gladbach weiter ungeschlagen

Es hat zum Sieg gereicht, inklusive Pokal und Europa League hat die Borussia damit auch das zehnte Pflichtspiel ungeschlagen beendet.

Das gelang zuletzt vor 39 Jahren. Unter Udo Lattek wurden die "Fohlen" am Ende der Saison 1975/76 Meister und scheiterten im Europapokal der Landesmeister erst im Viertelfinale an Real Madrid.

Die Chancen auf eine Wiederholung sind vorhanden, die Wahrscheinlichkeit ist aber doch eher gering. Zumindest an der mangelnden Qualität auf der Bank und am fehlenden Rotationswillen wird es aber nicht liegen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel