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Pierre-Michel Lasogga spielte sieben Jahre in der Jugend von Schalke 04

Der Hamburger SV und Pierre-Michel Lasogga suchen in Dortmund das Erfolgserlebnis. Zeigt es der verhinderte Torjäger Uli Stein?

München - Pierre-Michel Lasogga rennt, ackert, gibt wie immer alles - doch der bullige Angreifer trifft das Tor einfach nicht mehr.

Auch weil der 22-Jährige schon seit Wochen nach seiner Form sucht, ist der strauchelnde Hamburger SV schon wieder auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht.

Damit bei Lasogga endlich der Knoten platzt und der HSV aus dem Tabellenkeller kommt, verteilte Trainer Joe Zinnbauer vor der Partie bei Borussia Dortmund (ab 15 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVE-TICKER) fleißig verbale Streicheleinheiten für seinen Star mit Ladehemmung.

"Man sollte nicht anfangen, an Pierre herumzumäkeln, weil er mal kein Tor schießt. Er ist wahnsinnig wichtig für die Mannschaft", sagte Zinnbauer.

Der Nachfolger von Mirko Slomka weiß nur zu gut, wie sehr der Harmlos-Angriff der Hamburger (erst ein Saisontreffer) von der einstigen Tormaschine Lasogga abhängig ist. In der Vorsaison rettete er den Bundesliga-Dino fast im Alleingang vor dem Absturz in die Zweite Liga.

Doch in diesem Jahr läuft es einfach nicht. In allen wichtigen Statistiken liegen Lasoggas Werte unter denen der Vorsaison - auch weil der 1,89-m-Mann wegen Sprunggelenkproblemen in der Vorbereitung viele Einheiten verpasste.

Deshalb macht sich Lasogga auch (noch) keine Sorgen über seine Torflaute. "Das Wort Krise kenne ich nicht. Wir alle geben Gas, ich gebe Gas, und irgendwann kehrt auch das Glück zurück", sagte er zuletzt "Sky".

Zudem hofft Lasogga gegen den BVB auf die Rückkehr von Rafael van der Vaart. Der Kapitän und Spielgestalter hat seine Wadenprobleme überwunden und steht vor seinem Comeback.

"Es ist bekannt, dass es zwischen mir und Rafael perfekt passt", sagte Lasogga. In der Vorsaison legte ihm der Niederländer sechs Treffer auf. Außerdem liegt Dortmund den Hamburgern: Die Borussia verlor drei der letzten vier Begegnungen gegen den HSV und kassierte dabei zwölf Gegentore.

Für HSV-Idol Uli Stein wird Lasogga allerdings völlig überbewertet.

Er sei von der Sorte Spieler, "die bei uns früher wahrscheinlich nur das Ballnetz getragen hätten, die beim HSV zu meiner Zeit nie gespielt hätten", sagte der ehemalige Torwart, der 1983 mit dem HSV Europapokalsieger der Landesmeister wurde, in einem Interview beim "NDR":

"Man sieht es ja auch: Es kommt auf dem Platz nichts rüber." Lasogga fehle schlicht die Qualität: "Er ist kein guter Fußballer."

Der frühere Hamburger Thomas Doll gab Lasogga im SPORT1-Interview mit auf den Weg: "Er sollte sich auf sein Ding konzentrieren. Er ist im Zentrum wichtig und da sollte er fighten."

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Auch innerhalb der Mannschaft ist Lasogga offenbar nicht mehr unumstritten.

Nach der Niederlage zuletzt gegen Frankfurt soll er in der Kabine mit Neuzugang Valon Behrami aneinandergeraten sein.

Behrami soll Lasoggas mangelnden Einsatz gerügt haben.

Zinnbauer wähnt den HSV und Lasogga dagegen im Aufwärtstrend und sehnt den ersten Saisonsieg geradezu herbei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wenn wir so weitermachen, werden wir auch belohnt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass etwas in ihr steckt und dass sie will. Jetzt müssen wir sehen, dass wir System reinbringen", sagte er vor dem Duell mit seinem ehemaligen Teamkollegen Jürgen Klopp.

Beide Trainer kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim FSV Mainz 05 - in der Saison 1995/96 stand das Duo beim damaligen Zweitligisten unter Vertrag.

Gegen Dortmund wird erstmals auch der neue Sportdirektor Peter Knäbel auf der HSV-Bank sitzen. Der ehemalige Bundesliga-Spieler vervollständigt neben Klubboss Dietmar Beiersdorfer und Nachwuchschef Bernhard Peters die sportliche Führung der Hanseaten - und will wieder angreifen.

"Der HSV ist ein Puzzle aus 1000 Teilen, das gefallen und zersprungen ist. Das gilt es jetzt zusammenzusetzen", sagte Knäbel, der in Sichtweite des ehemaligen Westfalenstadions aufgewachsen ist und bis zur D-Jugend beim BVB kickte.

Mittelfristig soll der HSV wieder zum "Hoch im Norden" werden: "Alle anderen Vereine arbeiten sehr hart. Wir müssen härter und schneller arbeiten." Und Lasogga muss endlich wieder treffen.

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