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Arjen Robben (l.) war in 110 Bundesliga-Spielen an 100 Toren beteiligt. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 7. Spieltags
Arjen Robben (l.) war in 110 Bundesliga-Spielen an 100 Toren beteiligt

München - Arjen Robben und Robert Lewandowski heben Guardiolas Team auf die nächste Stufe. Nicht nur das muss die Rivalen beunruhigen.

Das Lob kam von oberster Stelle.

"Das, was die Mannschaft in der ersten Halbzeit gezeigt hat, war eine Eins mit Sternchen", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach der 4:0 (3:0)-Gala seines FC Bayern gegen Hannover 96 (Bericht).

90 Minuten lang hatten die ball- und passsicheren Münchner die Niedersachsen vor sich her gespielt, immer wieder große Löcher in ihre hilflose Abwehr gerissen - und viermal eiskalt zugeschlagen.

Besonders zwei Akteure hatten sich die Forderung ihres Trainers Pep Guardiola nach mehr Toren zu Herzen genommen und jeweils gleich doppelt erfüllt: Stürmer Robert Lewandowski mit seinen Liga-Treffern Nummer drei und vier in dieser Saison (6./38.) sowie der alles überragende Arjen Robben (13./79.).

Robben feuert aus allen Rohren

"Arjen ist in einer unglaublichen Verfassung, das hat man schon bei der WM gesehen", schwärmte Rummenigge von dem Niederländer, der auch von einer Fünfer-Abwehrreihe der Hannoveraner zu keinem Zeitpunkt des Spiels in den Griff zu bekommen war.

Sage und schreibe zehnmal hatte Robben auf den Kasten des bemitleidenswerten Nationalkeepers Ron-Robert Zieler gefeuert, zwei weitere Torschüsse bereitete er vor.

"Natürlich ist mir meine persönliche Leistung immer sehr wichtig", gab der 30-Jährige anschließend zu Protokoll, fügte aber pflichtschuldig hinzu: "In erster Linie freue ich mich für die Mannschaft. Wir haben einen richtig tollen Fußball gespielt und viel Spaß gehabt."

Seitenhieb für passive 96er

Spaß auch deshalb, weil es ihnen die Hannoveraner über weite Strecken der Partie viel zu einfach gemacht hatten.

"Wir haben mal wieder gezeigt, dass es nicht immer sinnvoll ist, hier her zu kommen und sich nur hinten rein zu stellen", sagte Robben mit Blick auf die offensiv quasi nicht existenten 96er und ergänzte: "Wenn man gegen uns gewinnen will, muss man schon auch etwas machen."

Was sich wie eine Drohung an die Konkurrenz anhört, ist die pure Wahrheit. Denn die Bayern kommen allmählich ins Rollen - und lassen sich von der zunehmenden Betonmischer-Taktik ihrer Gegner nicht beeindrucken.

Shaqiri lobt Lewandowski

Auch nach dem siebten Bundesliga-Spieltag der Saison sind die Münchner noch ungeschlagen, das Zusammenspiel - auch und gerade zwischen den Offensivstars Robben und Lewandowski - funktioniert immer besser.

"Ich bin hier schon seit dem ersten Tag glücklich", betonte Lewandowski zwar. Die Erleichterung darüber, dass er sich nach etwas holprigem Start nun aber schon im zweiten Heimspiel in Folge in die Torschützenliste eintragen konnte, war ihm aber anzumerken.

Auch Mitspieler Xherdan Shaqiri freute sich über die starke Vorstellung Lewandowskis.

"Wir wussten von Anfang an, dass er ein begnadeter Fußballer ist. Aber heute hat man mal wieder seine ganze Klasse gesehen", sagte der Schweizer zu SPORT1 und erklärte: "Er ist schnell, geht schön in die Tiefe und braucht nicht viele Chancen, um ein Tor zu schießen."

Konkurrenten patzen erneut

Qualitäten, die den Bayern zunehmend zu Gute kommen - und die schwächelnden Verfolger des Tabellenführers zusätzlich demoralisieren könnten.

Mit Dortmund (0:1 gegen Hamburg), Leverkusen (2:2 gegen Paderborn) und Schalke (1:2 bei Hoffenheim) ließen an diesem Tag gleich drei potenzielle Konkurrenten um die Meisterschaft Punkte liegen.

"Wenn man sich die anderen Ergebnisse anschaut, war es mal wieder ein perfekter Spieltag für uns", stellte Rummenigge fest.

Robben warnt vor Gemütlichkeit

Sich eine kleine Verschnaufpause gönnen oder gar zurücklehnen wollen sich die Bayern aber nicht - sind sie doch gerade erst so richtig schön in Fahrt.

"Wir haben erst sieben Spiele gespielt und noch einen langen Weg zu gehen", sagte Robben in der Mixed Zone der Münchner Arena mit ernster Miene.

Dennoch nehme man "dieses 4:0 da natürlich gerne mit".

Mit auf die Wiesn, der die Bayern am Sonntag ihren obligatorischen Besuch abstatten - und auf ihr "vielleicht bestes Spiel bis jetzt" (Robben) anstoßen werden.

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