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Pierre-Michel Lasogga (2.v.l.) erzielte sein erstes Saisontor

Der FC Bayern eilt schon wieder davon, weil die angeblichen Verfolger viel mehr unter den WM-Strapazen leiden - besonders der BVB.

Das hatte man sich nicht nur bei Borussia Dortmund ganz anders vorgestellt. Die WM-Strapazen sollten eigentlich das große Problem des FC Bayern werden, so war die freudige Erwartung beim Rest der Liga.

Wie nach der WM 2010, als genau dieses Phänomen die Dortmunder Meisterschaft begünstigte. Wie 2006/07, als der VfB Stuttgart profitierte.

Doch stattdessen läuft der Rekordmeister der patzenden Konkurrenz schon nach sieben Spieltagen davon und baut seinen Vorsprung ohne große Probleme weiter aus.

Das liegt nicht unbedingt an der Stärke der ebenfalls angeschlagenen Bayern, sondern vor allem an der Schwäche der angeblichen Verfolger.

Den Blitzstartern aus Leverkusen geht schon nach sechs Wochen die Luft aus, Schalkes einzige Konstanz ist die Inkonstanz und beim BVB läuft derzeit gar nichts mehr zusammen.

Der WM-Kater, den viele Experten dem FC Bayern vorausgesagt hatten, hat vielmehr Dortmund mit voller Wucht erwischt. Vier Niederlagen in den ersten sieben Spielen, schon zwölf Gegentore - so schlecht waren die Westfalen noch nie in der Ära Jürgen Klopp.

Entsprechend ratlos wirkt der Ex-Meistercoach, zumal sein Team auch beim 0:1 gegen das bisherige Schlusslicht Hamburger SV dem Vorwurf der fehlenden Einstellung im Liga-Alltag neue Nahrung gab.

Zur ungewohnt geringen Laufleistung kommen unglaubliche Leichtsinnsfehler, die in den letzten vier Spielen immer zu entscheidenden Gegentoren führten, sowie fehlende Durchschlagskraft und Kreativität.

Letzteres ist sicherlich auch auf die Ausfälle der schmerzlich vermissten Reus, Gündogan, Sahin und Mkhitaryan zurückzuführen.

Doch das Fehlen des Mittelfeld-Quartetts ist alleine keine Erklärung für die in den letzten Jahren so nicht gekannten Patzer in allen Mannschaftsteilen.

Klopp wird selber erkennen müssen, ob sein Training und sein Kräfte zehrendes Pressing im Moment die richtigen Mittel sind, um die von ihm selbst als Grund für die Talfahrt ausgemachte Formkrise zu überwinden.

Ansonsten droht den Überfliegern der letzten Jahre mindestens eine enttäuschende Saison - und der Bundesliga eine weitere langweilige Spielzeit.

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