Frankfurt am Main und München - Alexander Meier ist das Gesicht von Eintracht Frankfurt. Nach schwierigem Saisonstart ist er wieder unangefochtener Anführer.

Von Christian Stüwe, Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Das erste Spiel von Alexander Meier für Eintracht Frankfurt ist für die heutigen Verhältnisse im Profi-Fußball eine gefühlte Ewigkeit her.

Am 9. August 2004 lief der Mittelfeldspieler unter dem Flutlicht des Aachener Tivolis erstmals im Trikot der Hessen auf.

Es war auch das erste Spiel des neuen Trainers Friedhelm Funkel, der die Eintracht nach dem Abstieg wieder in die Bundesliga führen sollte.

Auf dem Platz standen unter anderem Arie van Lent, Jens Keller und Alexander Schur.

Der damals 21 Jahre alte Meier erzielte gleich den Führungstreffer für seine neue Mannschaft.

Dass Meier in den nächsten zehn Jahren 86 weitere Treffer in 275 Bundesliga- und Zweitligaspielen folgen lassen würde, war an diesem Montagabend in Aachen nicht zu erwarten.

Meier ist das Gesicht der Eintracht

Doch spätestens seit dem Weggang von Oka Nikolov ist der 1,96 Meter große Routinier das Gesicht der Eintracht.

Mit den Frankfurtern erlebte er Höhen und Tiefen. Meier stieg ab und wieder auf, spielte zweimal im Europapokal und im DFB-Pokalfinale.

In Phasen in denen Meier nicht traf, wurde er von den Fans auch schon mal ausgepfiffen und von der Presse kritisiert.

Mittlerweile ist er aufgrund seiner Vereinstreue und seines Torriechers bei den Anhängern allerdings unumstritten.

Immer wieder forderten sie zu Beginn der Saison ihren "Fußballgott", als dieser nicht in der Startelf stand.

"Das ist natürlich nicht schön", sagt Meier im Gespräch mit SPORT1 über diese schwierige Zeit: "Jeder will spielen. Ich gebe im Training immer Gas und dann muss man auf seine Chance warten."

Gefährliches Duo mit Seferovic

Und diese kam sehr bald. Bereits am vierten Spieltag stand der mittlerweile 31-Jährige auf Schalke unter den ersten Elf, in den folgenden vier Spielen erzielte er vier Tore.

Mit Neuzugang Haris Seferovic (3 Tore, 2 Vorlagen) bildet er ein gefährliches Offensivduo.

"Haris ist ein Superspieler, er hilft uns auf jeden Fall", lobt Meier: "Er ist körperlich stark, ballsicher und kämpft. Haris hat die richtige Einstellung."

Derzeit ist es wie so oft in den vergangenen Jahren in der Metropole am Main. Läuft es bei Alexander Meier, läuft es auch bei der Eintracht.

Mit zwölf Punkten belegt der Traditionsklub den fünften Rang, der Neustart unter Thomas Schaaf ist gelungen.

"Der Trainer hat große Erfahrung. Er hat viele Titel gewonnen. Deshalb vertrauen wir ihm. Er weiß, was er macht", sagt Meier.

Wie schon bei Schaafs Vorgängern Armin Veh, Christoph Daum, Michael Skibbe und Friedhelm Funkel genießt Meier auch beim neuen Trainer hohe Wertschätzung.

Karriereende in Frankfurt?

Bei den Klubbossen ist er ohnehin unumstritten. "Es gibt keinen vorbildlicheren Profi als ihn", lobte Heribert Bruchhagen kürzlich.

Meier hat Vertrag bis Juni 2017, ein Karriereende in Frankfurt ist für den Mann aus Buchholz, der seine Karriere bei St. Pauli und dem Hamburger SV begann, denkbar.

Während Meier im Frühjahr seinen Vertrag verlängerte, kehrten andere Leistungsträger der Eintracht den Rücken.

Sebastian Jung zog es nach Wolfsburg, Sebastian Rode zum FC Bayern, Pirmin Schwegler ging nach Hoffenheim und Joselu nach Hannover.

Meier nimmt es den Ex-Kollegen aber nicht übel: "Das ist so im Sport. Sie bleiben trotzdem meine Freunde. Das ist jedem selbst überlassen, ich gönne ihnen das von Herzen, dass sie super Vereine bekommen haben."

Warnung vor Paderborn

In Frankfurt scheint der Umbruch zu funktionieren. Mit einem Auswärtssieg in Paderborn am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SPORT1.fm) könnte sich die Eintracht im oberen Tabellendrittel festsetzen.

Doch Meier warnt vor dem Aufsteiger. "Paderborn steht zu Recht da, wo sie stehen", sagt Meier gewohnt bescheiden: "In der Zweiten Liga haben wir da auch auf den Sack bekommen. Das wird ein schweres Spiel."

Seine Bodenständigkeit hat Meier auch mehr als zehn Jahre nach seinem ersten Eintracht-Spiel in Aachen nicht verloren.

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