Thomas Strunz thematisiert in seiner SPORT1-Kolumne die Krise bei Borussia Dortmund und lobt den neuen Schalker Trainer.

Hallo Fußball-Freunde,

in Dortmund muss man sich fragen, ob die Mannschaft noch funktioniert. Es wird immer gesagt, dass Jürgen Klopp Lösungen finden muss, aber bei der Qualität muss man sich fragen, ob die Mannschaft intern noch funktioniert.

Bei Bayern gab es mal so eine Saison unter Otto Rehhagel. Manchmal muss man sich fragen, ob die Identifikation und die Einstellung noch stimmen.

Es ist ein mannschaftliches Problem und für Klopp ist es schwierig zu erklären, was da an negativen Ereignissen passiert.

Jeder Trainer hat seine Philosophie. Da geht es um Glaubwürdigkeit und darum, wie authentisch ich mit der Mannschaft umgehe. Die Mannschaft spürt, ob der Weg des Trainers wirklich der der Truppe entspricht. Mir fällt auf, dass der letzte Biss fehlt.

Beim zweiten Gegentor hätte es in einer guten Phase gerappelt, da wären zwei Dortmunder gegeneinander gesprungen und der Ball wäre nicht zu Zoller gekommen. Es fehlen zwei, drei Prozent.

Verletzungsprobleme haben andere Mannschaften auch, das ist für mich kein Grund. In Köln standen 16, 17 Topspieler im Kader, da muss man sich schon fragen, woran die Niederlage festzumachen ist.

Am Ende geht es gar nicht mehr um Probleme auf dem Platz, sondern um interne Probleme in der Kabine. Die Mannschaft sollte sich mal ohne den Trainer hinterfragen.

Schalke 04 hat das erste Spiel unter dem neuen Trainer Roberto Di Matteo gewonnen. Di Matteos Spiel mit Chelsea wird oft kritisiert, man muss aber die statistischen Daten von ihm in der Vergangenheit sehen.

Er hat unter anderem den FA-Cup und die Champions League gewonnen. Sein Stil ist schon offensiv ausgerichtet.

Man muss sich dem Gegner anpassen. Huub Stevens wurde immer für die Null gelobt, er hat auch Titel geholt, im ersten Spiel gleich etwas mit Chelsea zu vergleichen und festzumachen, halte ich für falsch.

Sie haben Probleme in der Defensive gehabt und von daher macht es Sinn, hinten erstmal dicht zu machen.

Werder Bremen hat es dem FC Bayern beim 0:6 extrem leicht gemacht, es war keine Gegenwehr und Überzeugung da.

Ohne Zweikämpfe hast du gegen die Bayern keine Chance, die Qualität der Bayern ist dann einfach zu groß und jeder kleine Fehler wird bestraft.

Die Qualität des Kaders, wenn ich das Herzstück mit Innenverteidigung und defensives Mittelfeld betrachte, ist einfach zu schlecht.

Wenn kein Geld da ist, kann ich nur bestimmte Spieler bezahlen. Galvez hat 60 Mal Innenverteidiger gespielt, der hat bei Werder nicht ein Mal dort gespielt. Jetzt hat er gar nicht mehr gespielt. Man sollte auch einem Robin Dutt mal die Frage stellen, als was ein Galvez verpflichtet wurde.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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