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Lutz Hangartner ist Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer

Der Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) Lutz Hangartner hat die Entlassung von Jens Keller als Trainer von Schalke 04 scharf kritisiert.

"Wie man mit Keller umgegangen ist, war vom ersten Tag an nicht seriös", sagte Hangartner im Gespräch mit SPORT1 und fügte hinzu: "Wir vom Trainerverband legen großen Wert darauf, dass ein Klub seinem Trainer auch in kritischen Zeiten den Rücken stärkt, so wie das jetzt bei Werder Bremen gemacht wird. Wir sind einfach der Meinung, dass es notwendig ist, dass man sich hinstellt und zu seinem Trainer steht. Das war auf Schalke nie der Fall."

Man habe von außen den Eindruck gehabt, so der 71-Jährige, "dass Keller vom ersten Tag nur ein Trainer auf Probe war und sich immer auf dem Prüfstand befand. Er war damals offenbar nicht die Wunschlösung. Auf Schalke brauchen sie offenbar den großen Messias, der europäische Erfolge nachweisen kann." Dieser wurde nun mit dem Ex-Chelsea-Coach Roberto Di Matteo verpflichtet und soll schon am Dienstag vorgestellt werden.

Auch dies verurteilt Hangartner bei SPORT1: "Ein Trainer wie Keller, der gute Arbeit geleistet-, aber nach außen hin nicht so diese Strahlkraft hat, hat offenbar keine Chance bei Schalke. Wenn er nicht zwei Mal die Qualifikation für die Champions League geschafft hätte, wäre er schon viel früher weg gewesen."

Die Vorgehensweise bei der Verpflichtung Di Matteos kann Hangartner nicht nachvollziehen: "Das verurteilen wir. Keller arbeitet noch und im Hintergrund wird mit einem anderen Trainer alles klar gemacht. Das ist sicherlich nicht in den letzten zwei Tagen passiert."

Und weiter: "Vom taktischen her ist das auch ganz schlecht. Zur Not hätte man ein paar Tage gewartet. Natürlich sagen die Verantwortlichen jetzt, dass der neue Trainer durch die Länderspielpause ein paar Tage Zeit hat sich mit dem Team zu beschäftigen, aber rein optisch war das kein gutes Zeichen. Das ist aber auch symptomatisch für Schalke. Aus unserer Sicht ist das nicht zu akzeptieren."

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