Der Münchner Orthopäde Professor Doktor Christoph Lill hat die Kortisonbehandlung des erneut verletzten Thiago Alcantara vom FC Bayern kritisiert und damit auch Trainer Pep Guardiola in ein schlechtes Licht gestellt.

"Ich halte Kortisoninjektionen bei einer geschädigten Sehne für nicht sinnvoll. Es kann sein, dass Kortisonbehandlungen eine Verschlechterung des Stoffwechsels im Sehnenbereich verursachen. Dadurch kann die Heilung und die Funktion geschädigt werden", sagte Lill SPORT1.

Nach dem ersten Bänderriss von Thiago im rechten Knie hatte Guardiola im April veranlasst, seinen Landsmann zur Behandlung nach Barcelona zu seinem Vertrauensarzt Dr. Ramon Cugat zu schicken, um ihn dort mit Kortison behandeln zu lassen.

Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte eindringlich davor gewarnt.

"Ich würde mich eher auf die Seite von Müller-Wohlfahrt schlagen", sagte Lill.

Die erneute Verletzung von Thiago erklärt der Mediziner wie folgt: "Man muss davon ausgehen, dass lokal im Rissbereich eine gestörte Heilung vorliegt. Eine Narbeninsuffizienz bedeutet, dass es im Gewerbe keine vollständige Festigkeit gegeben hat."

Trotz des erneuten Rückschlages für Thiago glaubt Lill aber an eine vollständige Genesung des Spaniers und die Fortsetzung seiner Karriere.

"Ich gehe davon aus, dass eine vollständige Ausheilung möglich ist. Bandverletzungen kann man oft vollständig ausheilen. Bei drei Verletzungen an der gleichen Stelle gibt es eine gewisse Skepsis, aber ich bleibe da optimistisch", erklärte Lill.

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