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Die Frankfurter nach der vierten Pflichtspielleite in Folge. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 10. Spieltags

In Hannover kassiert Frankfurt die vierte Niederlage hintereinander. Marco Russ kritisiert indirekt Coach Thomas Schaaf.

Hannover - Nach der Last-Minute-Pleite bei Hannover 96 hängt bei Eintracht Frankfurt der Haussegen schief.

Während Trainer Thomas Schaaf nach der vierten Pflichtspiel-Niederlage in Folge erneut um Geduld warb, schlugen die Spieler Alarm.

Ausgerechnet vor der Partie gegen den FC Bayern schlittert der Klub in eine sportliche Krise (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ein Scheißtag"

"Das war ein Scheißtag", sagte Frankfurts Torjäger Alex Meier nach dem unglücklichen 0:1 (0:0) in der niedersächsischen Landeshauptstadt (Bericht) und machte seinem angestauten Unmut Luft: "Wir haben einfach scheiße gespielt."

Angesprochen auf die Tabellensituation der Eintracht verzog Meier das Gesicht. "Wir müssen jetzt unser eigenes Spiel stark verbessern, sonst können wir gucken wie wir wollen", sagte er und stapfte angefressen von dannen ().

Zwar liegt Frankfurt nach zehn Spieltagen noch immer in der Komfortzone der Bundesliga, doch angesichts der bevorstehenden Spiele gegen die Bayern, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund schwant den Spielern nichts Gutes.

Harte Kritik von Russ

"Wir kriegen vorne nichts gebacken. Unser Offensivspiel findet quasi nicht statt. Uns fehlt eine Strategie", bemängelte Defensiv-Allrounder Marco Russ. Harter Tobak - der auch als leise Kritik an Coach Schaaf verstanden werden könnte.

Der blieb jedoch auch nach der neuerlichen Pleite cool. Abstiegskampf? "Den verspüre ich ganz und gar nicht", sagte Schaaf, wischte die angespannte Situation nach der dritten Liga-Pleite in Serie fast beiläufig beiseite und erinnerte lieber an den starken Saisonstart:

"Natürlich haben wir noch einige Baustellen, aber ich habe Vertrauen in diese Mannschaft. Die ersten Spiele haben doch gezeigt, dass wir es können." (SHOP: Jetzt Fanartikel vomn Eintracht Frankfurt kaufen)

Frankfurt schläfrig

In Hannover waren die erfrischenden Auftritte zu Saisonbeginn jedoch höchstens zu erahnen. Frankfurt agierte lange Zeit geradezu schläfrig und entwickelte erst in der Schlussphase einen Hauch von Torgefahr.

Doch als die Eintracht endlich aufwachte, traf Alexander Madlung zwei Minuten vor dem Ende nach einem gegnerischen Freistoß ins eigene Netz. Es war der passende Schlussakkord eines vollkommen verkorksten hessischen Fußball-Nachmittags.

Im 96-Lager herrschte am Ende einer kuriosen Woche dagegen kollektive Erleichterung. Vier Tage nach dem peinlichen Pokal-K.o. beim Zweitliga-Kellerkind VfR Aalen (0:2) präsentierten sich die Niedersachsen wie ausgewechselt und mischen dank des vierten Heimsiegs der Saison weiter munter um die Europokalplätze mit.

Kind lächelt

"Heute zählt mehr als nur der Sieg", sagte Klubboss Martin Kind.

Seine deutliche Kritik unter der Woche hatte gewirkt - und so marschierte Hannovers Präsident mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen durch die Katakomben der heimischen Arena und konstatierte: "Hier ist eine andere Mannschaft aufgetreten. Sie hat die Kritik angenommen und Charakter bewiesen."

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Korkut genießt

Auch Trainer Korkut genoss den Blick auf die Tabelle. Trotz der zweitschlechtesten Torausbeute der Liga (sieben Treffer) schob sich Hannover mit 16 Zählern auf einen Europa-League-Platz.

"Wir haben schon fünfmal zu Null gespielt. So gewinnt man Spiele. Man muss halt nur ein Tor mehr als der Gegner machen", sagte Korkut und grinste. Danach war seinem Trainer-Kollegen Schaaf ganz und gar nicht zumute.

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