München - Es klimpert in den Taschen des FC Bayern. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zu den zusätzlichen Münchner Millionen.

Video

Wer seine Schulden 16 Jahre früher zurückzahlt als geplant, ist entweder extrem begabt oder über einen riesigen Geldtopf gestolpert.

Oder beides, wie der FC Bayern. Mit viel Geschick und saftigen Deals hat dieser seine Allianz Arena rasend schnell bezahlt.

Der Anstands-Applaus der Konkurrenz hallt dumpf in deren offenem Mund. Droht Fußball-Deutschland jetzt die rot-weiße Endlosschleife? Was steckt hinter dem Reichtum der Münchner?

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wie hat der FC Bayern das geschafft?

Kurz gesagt: Dank der zwei großen As. Im Februar kassierten die Bayern rund 110 Millionen Euro von der Allianz für 8,33 Prozent der eigenen Aktien. Zuvor hatte Audi bereits rund 90 Millionen für die gleichen Anteile bezahlt, in drei Schritten zwischen März 2010 und Juni 2011.

Diese beiden Deals mit zwei der größten Unternehmen Europas brachten genug Geld, um die eigenen Schulden deutlich schneller zu begleichen als geplant.

Zur Erinnerung: Seit 2006 ist der FC Bayern alleiniger Eigentümer der Allianz Arena, damals kaufte der Verein dem Lokalrivalen 1860 München dessen Anteile ab.

Wie viel mehr Geld können die Bayern jetzt ausgeben?

Bereits vor einigen Monaten sprach der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß von 25 Millionen Euro pro Jahr, die den Bayern zusätzlich zur Verfügung stünden, wenn die Arena abbezahlt ist.

Eine durchaus realistische Summe: Den Münchnern dürfte ab sofort tatsächlich in jeder Saison ein Transfer in der Größenordnung Arjen Robben oder Franck Ribery aus der Brieftasche purzeln.

Sind die Bayern in Deutschland jetzt unschlagbar? 

Schon jetzt kann sich der FC Bayern als einziger deutscher Verein zumindest theoretisch in jeder Saison Mega-Transfers leisten.

Kein anderer Verein der Bundesliga konkurriert mit den beiden Klubs aus Manchester, dem FC Chelsea, Paris Saint-Germain, Real Madrid oder dem FC Barcelona um die besten Spieler.

Und diese Tendenz wird sich verstärken, die Lücke innerhalb des deutschen Fußballs wachsen. In der vergangenen Saison steigerten die Münchner ihren Umsatz zum ersten Mal auf über 500 Millionen Euro und nahmen damit fast doppelt so viel ein wie Borussia Dortmund auf Platz zwei der Geldrangliste.

Wenn der FCB also in zehn der letzten 16 Saisons den Titel holte, dürften Nicht-Bayern-Meisterschaften in Zukunft noch deutlich seltener werden.

Wie lief die Finanzierung genau?

Laut Vereinsangaben kostete die Arena genau 346 Millionen Euro, nur knapp über dem vor neun Jahren veranschlagten Preis.

Rund 300 Millionen lieh sich damals die Allianz Arena München Stadion GmbH, eine hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG, von der Hypothekenbank Eurohypo AG, der Dresdner Bank AG und dem Finanzdienstleister ALCAS GmbH. Den Rest stellte die FC Bayern AG direkt zur Verfügung.

Was macht der FC Bayern mit dem zusätzlichen Geld?

Das im Moment wichtigste Projekt ist das neue Nachwuchszentrum im Münchner Norden, das 2017 fertig werden soll.

Einen Preis dafür nannte der Verein bislang nicht, zum Vergleich sei aber RB Leipzig genannt, das ein neues Trainings- und Nachwuchszentrum baut. Kosten: rund 35 Millionen Euro.

Wie viel verdient der FC Bayern an einem Spieltag?

Laut der neuesten Ausgabe der Finanzstudie "Deloitte Football Money League" nahmen die Münchner in der Saison 2012/13 insgesamt 87,1 Millionen Euro durch Stadionbesucher ein.

Bei damals 26 Heimspielen macht das 3,35 Millionen pro Partie. Diese Summe wird noch wachsen, wenn die Arena wie geplant demnächst auf 75.000 Plätze ausgebaut wird.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel