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Ganz wesentlicher Faktor für den Höhenflug des FC Bayern ist Arjen Robben: Selten war der Niederländer (M.) besser als momentan - und sein sechster Saisontreffer gegen Hertha mit einem Distanzschlenzer verdient das Prädikat Weltklasse
Matchwinner beim FC Bayern gegen Hertha BSC: Arjen Robben. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 13. Spieltags © imago

Berlin - Gegen Hertha macht Robben auf ungewohnter Position den Unterschied aus. Dennoch zeigt der FC Bayern trotz Rekords zwei Gesichter.

Aus Berlin berichten Denis de Haas und Andreas Ziepa

Wenn Arjen Robben in die Katakomben des Berliner Olympiastadions schreitet, hat er meistens ein breites Grinsen im Gesicht.

In der Hauptstadt feierte der Niederländer bereits drei Pokalsiege. 2010 und 2014 holte er dort mit dem FC Bayern die entscheidenden Punkte zur Meisterschaft.

Nun war Berlin wieder Robben-Land. Seine Leistung machte gegen Hertha BSC einmal mehr den Unterschied aus.

Robben dribbelte den Berlinern Knoten in die Beine und besorgte mit einem Distanzschuss das Tor zum 1:0 (1:0)-Sieg (Bericht).

Ribery geht ab durch die Mitte

Und doch gab es einen großen Unterschied zu vorigen Glanzauftritten in Berlin.

Bayern-Trainer Pep Guardiola beorderte Robben ins Angriffszentrum. Auch der zweite Flügelflitzer Franck Ribery kam vermehrt durch die Mitte.

Dafür räumte Robert Lewandowski seinen Platz und agierte im ersten Durchgang als Außenangreifer.

"Wir wollten Arjen und Franck in Eins-gegen-Eins-Situationen bringen. Das hat in der ersten Halbzeit auch sehr gut geklappt", begründete Cheftüftler Guardiola seinen Rollentausch.

78 Prozent Ballbesitz

Der Spanier sah einen Angriff nach dem nächsten. Seine Bayern hatten am Ende 78 Prozent Ballbesitz.

Aufgrund der Chancen wäre ein 4:0 zur Pause das passende Ergebnis gewesen. Kein Münchner hätte mehr über die mäßige zweite Halbzeit reden müssen.

So musste der Matchwinner aber doch noch ein paar kritische Worte verlieren. "In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr gut gespielt und den Gegner kommen lassen", sagte Robben.

Für den Leistungseinbruch sah Guardiola zwei wesentliche Gründe. Er schickte Robben und Ribery wieder zurück auf ihre Stammpositionen, ließ dafür Mario Götze durch die Mitte kommen. "Das war ein Fehler", gestand der FCB-Trainer.

Götze spielt schwach

Götze zeigte in Berlin eine seiner schwächeren Saisonleistungen.

Die große Belastung konnte beim Weltmeister nicht als Ausrede gelten. Schließlich schonte Guardiola Götze zuletzt im Champions-League-Spiel bei Manchester City.

Dafür waren andere Bayern-Profis bei der 2:3-Niederlage im Einsatz. Spieler wie Rafinha, Juan Bernat und Robert Lewandowski mussten dabei über eine Stunde in Unterzahl rackern.

Guardiola bekennt Kraftproblem

Nun sah Guardiola die Auswirkungen. "Ab der 70. Minute hat die Kraft gefehlt", sagte der Trainer.

Die Münchner Schwächen hätten Berlin beinahe den Ausgleich beschert.

Abwehrspieler John-Anthony Brooks tauchte vier Minute vor dem Ende frei vor Manuel Neuer auf, drosch den Ball jedoch über den Kasten

"Mit etwas Glück holen wir hier einen Punkt", sagte Hertha-Profi Nico Schulz hinterher.

Neuer zieht mit Hildebrand gleich

Doch Brooks' Fehlschuss sicherte den Bayern den hochverdienten Sieg - und Neuer eine Bestmarke.

Nur drei Gegentore in 13 Spielen stehen beim Torwart in der Statistik.

So einen Wert hat nur ein weiterer Torwart in der Bundesliga-Geschichte geschafft: Timo Hildebrand in der Saison 2003/?04 mit dem VfB Stuttgart. (Auf SPORT1.fm: Die Highlights zum Nachhören)

Bei nun zehn Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz sieht es so aus, als ginge es beim FC Bayern in dieser Saison nur um die Rekorde.

Weltweit die meisten Mitglieder

Apropos Rekorde: Zwei weitere hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schon während der Jahreshauptversammlung verkündet.

528,7 Millionen Euro Umsatz brachte den Münchner das abgelaufene Geschäftsjahr ein (Bericht).

Wie SPORT1 bereits vorab berichtete, ist der Klub mit 251.315 Mitgliedern weltweit die Nummer eins.

Guardiolas soll ewig bleiben

Und diesen Erfolgsweg will Rummenigge weiterhin mit Trainer Guardiola beschreiten. "Ich wünsche mir, dass er lange bei uns bleibt", bekräftigte der Bayern-Boss in Berlin noch einmal (News).

Der Coach selber hielt sich zu seinen Zukunftsplänen bedeckt, schließlich läuft sein Vertrag noch bis 2016. Für Guardiola ist erst mal diese Saison wichtig, in der will er weitere Titel holen.

Bei der Meisterschaft stellt sich nur noch die Frage nach dem Wann: Im DFB-Pokal und in der Champions League wäre alles andere als der Finaleinzug eine Enttäuschung.

Sollten die Bayern diese Ziele erreichen, stehen die Chancen auf weitere Glanzleistungen von Robben gut. Beide Endspiele steigen schließlich in Berlin.

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