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Vor dem Spiel von Borussia Dortmund bei Eintracht Frankfurt spricht Sänger und BVB-Edel-Fan Sasha bei SPORT1 über seinen Klub.

Seine Plattenverkäufe im In- und Ausland erzielten 17 Mal- Gold- und sechsmal Platin-Status.

Damit ist Sasha einer der erfolgreichsten Sänger in Deutschland. Neben der Musik schlägt sein Herz für Borussia Dortmund. Der Westfale spielte früher selbst aktiv Fußball - in der Landesliga und in der B-Kreisliga.

"Ich war quasi alles: Torwart, Mittelfeld-Maschine und klassischer Linksaußen. Eine Allzweckwaffe sozusagen", sagt der 42-Jährige bei SPORT1 und lacht laut. Mit 18 hörte Sasha auf Fußball zu spielen und widmete sich der Musik.

Am 5. Dezember erscheint sein neues Album "The One".

Angesichts der aktuellen Ergebniskrise des BVB sorgt sich der Musiker um seinen Lieblings-Klub, glaubt aber an die Wende.

Vor dem Spiel der Borussia bei Eintracht Frankfurt spricht Sasha im SPORT1-Interview über seinen Herzensverein, Trainer Jürgen Klopp und Marco Reus.

SPORT1: Sasha, Ihr neues Album heißt "The One". Von der Nummer 1 ist der BVB meilenweit entfernt. Was sagen Sie dazu?

Sasha: Es war bisher eine traurige Vorrunde meines Vereins. Zum Glück war ich extrem viel mit meinem neuen Album beschäftigt, da habe ich nicht viele Spiele gesehen und musste da auch nicht so viel leiden. Ich war dennoch immer traurig, wenn ich die Ergebnisse lesen oder die Spiel-Zusammenfassungen sehen musste. Ich hätte auch nie für möglich gehalten, dass wir mal auf einem Relegationsplatz stehen. Die Hinrunde war nichts, das wissen alle. Es hat an mehreren Faktoren gelegen.

SPORT1: Nämlich?

Sasha: Ohne sechs verletzte Stammspieler zu starten, das war schwierig. Natürlich waren gute Ersatzleute da, aber für die Moral der Truppe war das sicher alles andere als angenehm. Wenn es selbst ein "Kloppo" (Jürgen Klopp, Anm. d. Red.) dann nicht schafft, da die Motivation zu liefern, wird es schwierig. Auch er wirkt angeschlagen und ratlos.

SPORT1: Was sagen Sie zur schweren Verletzung von Marco Reus?

Sasha: Selbstverständlich war ich geschockt, vor allem die Nahaufnahme in Zeitlupe zu sehen. Das war schlimm. Wenn man selber schon den einen oder anderen Bänderriss gehabt hat, weiß man, dass da gerade etwas Schlimmes passiert ist. Es tut mir extrem leid für Marco und ich hoffe, dass er schnell wieder auf die Beine kommt und sich nicht zu sehr verrückt macht, dass er gerade jetzt ausfällt.

SPORT1: War in den letzten Jahren beim BVB alles zu positiv?

Sasha: Das kann schon sein. Der BVB war immer ein Verein mit sehr viel Herz und da sind natürlich große Emotionen im Spiel. Da gerät man dann auch mal leicht in so einen negativen Strudel, wenn nicht nur Business-technisch und taktisch gedacht wird. Vieles wird dann von Emotionen und negativen Gefühlen überschattet und da fällt es einem schwer sich zu motivieren. Das Potenzial ist bei Borussia immer da, aber es wurde leider in der Hinrunde zu selten abgerufen. Gegen Gladbach lief es besser, das Paderborn-Spiel war wieder frustrierend. Nach dem 0:2 bei Arsenal fehlen mir nur noch die Worte.

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Exklusiv: Popstar Sasha sorgt sich um den BVB

SPORT1: Denoch war das Gesicht in der Königsklasse in dieser Saison sehr erfreulich. Warum diese zwei Gesichter?

Sasha: Keine Ahnung. Vielleicht ist es wirklich so, dass man die Sachen voneinander trennen kann. Wenn man es schafft das Negative aus der Liga nicht in den Pokal oder in die Champions League mit einfließen zu lassen, dann ist das eine große Kunst. Ich glaube daran, dass der BVB das gute Gefühl aus der Königsklasse mal wieder mit in den Alltag nehmen wird.

SPORT1: Hat Jürgen Klopp sich etwas abgenutzt?

Sasha: Das glaube ich nicht. Jürgen Klopp ist stets am Zahn der Zeit. Er denkt immer ein bisschen voraus. Es ist aber nicht einfach das regelmäßig in die Tat umzusetzen. Er ist aber immer noch einer der innovativsten Trainer, aber natürlich kommen andere nach, die sich das eine Zeit lang bei Dortmund angeschaut haben und das vielleicht noch besser machen. In der heutigen Zeit wird in einer schlechten Phase alles immer gleich zerredet. Dann ist es ein Fiasko, das Elend kehrt ein und "Kloppo" ist plötzlich nicht mehr der, der er mal war. Das glaube ich alles nicht.

SPORT1: Ist es auch eine Systemfrage?

Sasha: Da bin ich kein Theoretiker, der Statistiken und Spielzüge auseinander nimmt. Ich bin als Musiker einer, der auf emotionaler Ebene versucht Dinge zu verstehen. Ich habe selber lange Fußball gespielt und weiß, wie es ist, wenn man in so einen Negativ-Spirale gerät. Da rauszukommen, gelingt bei der besten Taktik nicht, wenn die Einstellung nicht stimmt.

SPORT1: Glauben sie, dass das ganze Wechsel-Theater um Marco Reus, der jetzt auch noch verletzt ausfällt, zusätzlich verunsichert?

Sasha: Zu dem anderen Thema: Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich einige von dem Wechsel-Theater durcheinander bringen lassen, aber eigentlich sind das trotz des jungen Alters alles Profis, die sowas nicht an sich ranlassen dürfen. Im letzten Jahr war es bei Robert Lewandowski so, dass das Thema bei den Fans für schlechte Stimmung gesorgt hat, aber nicht im Team. Es sind Kollegen und alle wissen, worum es geht. Da entsteht von außen viel mehr Druck als innerhalb einer Mannschaft.

SPORT1: Glauben Sie, wenn Reus geht, dass dann Spieler wie Mats Hummels oder Ilkay Gündogan auch weg wollen?

Sasha: Dortmund hat die letzten Jahre großartig gespielt. Da gab es keinen Grund wegzugehen. Ich kann aber auch Hummels verstehen, wenn er sagt, dass er gerne mal zwei Jahre bei Manchester United spielen würde. Das ist natürlich ein Erfahrungsschatz, wo man nochmal etwas anderes lernt. Wissbegierige Leute hegen solche Gedanken. Das kann man nicht abschalten. Es wäre aber jammerschade. Ich wäre happy, wenn sie bleiben oder der eine oder andere sogar zurückkommt.

SPORT1: Haben die Verantwortlichen den Verlust von Robert Lewandowski unterschätzt?

Sasha: Vielleicht. In manchen Spielen merkt man, dass seine Präsenz vorne fehlt, weil er runter gebrochene Bälle behaupten kann wie kein Zweiter. Er ist am ehesten noch dieser klassische Stürmer. Er ist einfach klasse und hat sich beim BVB zu einem noch hochkarätigeren Spieler entwickelt.

SPORT1: Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl haben in einem Ihrer Videos mitgespielt. Sind die Beiden heute Freunde für Sie?

Sasha: Wir haben den Kontakt über die Jahre beibehalten und es entstand durchaus eine lockere Freundschaft. Die Jungs haben mich schon des Öfteren beim Konzert besucht. Dann sitzen wir hinterher zusammen und reden. Man sieht sich nicht ständig und schickt auch nicht regelmäßig SMS, aber wenn man sich trifft, freut man sich, dass der Kontakt noch besteht.

SPORT1: Sebastian Kehl wollte eigentlich seine Karriere nach dieser Saison beenden. Inzwischen scheint er zu grübeln. Gibt es den Rücktritt vom Rücktritt?

Sasha: Er ist Mr. Dortmund und es ist eine große Qualität sich diese Verantwortung zu nehmen. Ohne ihn wäre es in manchen Situationen schwieriger gewesen. Sebastian ist ein ganz großer Motivator im Team und er würde schon fehlen. Er ist auch menschlich der Dreh- und Angelpunkt und einer, der seine Verantwortung ernst nimmt und diese auch übernimmt. Er ist ein schlauer Mann, der viel nachdenkt. Es wäre nicht verkehrt noch ein, zwei Jährchen dranzuhängen.

SPORT1: Wo landet der BVB am Saisonende?

Sasha: Einen Abstieg wird es niemals geben, das hätten sie auch nicht verdient. Und das würden selbst die Schalker nicht gut finden, weil dann ein tolles Derby in der Liga fehlen würde. Man braucht das Feindbild. Ich bin guter Dinge und glaube, dass wir die Kurve noch kriegen und am Ende in der oberen Tabellenhälfte landen werden. In der Rückrunde wird sich hoffentlich zeigen, dass beim BVB eigentlich alles in Ordnung ist. Ich hoffe es zumindest.

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