Frankfurt am Main - Reinhard Rauball freut sich auf die Torlinientechnik. Horst Heldt denkt über die nächste Revolution nach. Reaktionen.

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Die 18 Fußball-Bundesligisten haben im zweiten Anlauf die Einführung der Torlinientechnik beschlossen. Das ergab eine Abstimmung im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung des Ligaverbandes am Donnerstag in Frankfurt/Main.

Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit stimmte für die technische Unterstützung der Schiedsrichter. Eine Einführung wird aber erst zur Saison 2015/16 erfolgen.

Bei der Frage nach dem System hat sich der Ligavorstand nach einer Empfehlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) für das aus dem Tennis bekannte britische Hawk-Eye-System entschieden.

SPORT1 hat die Reaktionen zur Entscheidung.

Reinhard Rauball (Ligaverbands-Präsident): "Ich glaube, dass es für den deutschen Fußball ein Schritt nach vorne und eine Hilfe für die Schiedsrichter ist."

Karl Hopfner (Präsident Bayern München): "Ich bin sehr froh, dass unser Antrag mit sehr, sehr klarer Mehrheit angenommen wurde. Das Ganze wurde sehr professionell von der Geschäftsführung der DFL vorbereitet. Ich glaube, das hat ein Umdenken bewirkt. Damals bei der ersten Abstimmung war das mit den Kosten nicht so konkret."

Horst Heldt (Sportvorstand Schalke 04): `Wir waren dagegen, aus den verschiedensten Gründen. Wenn sich die Mehrheit aber dafür entschieden hat, freuen wir uns 2015/16 auf die Torlinientechnik. Wenn man bereit ist, neue Techniken einzuführen, sollten wir hin zum Videobeweis gehen. Vielleicht war die heutige Entscheidung schon der erste Schritt."

Roberto Di Matteo (Trainer Schalke 04): "Ich finde es sehr gut. Die Entscheidungen fallen sehr schnell und es fallen keine Diskussionen an."

Klaus Allofs (Manager VfL Wolfsburg): "Es macht Sinn. Es ist deutlich geworden, dass es die Schiedsrichter gerne sehen würden."

Huub Stevens (Trainer VfB Stuttgart): "Der Fußball wird schneller und schneller. Es ist für den Schiedsrichter schwieriger als vor 20 Jahren zu entscheiden, ob es ein Tor war oder nicht."

Mario Götze (FC Bayern): "Gute Entscheidung! - Für mehr Fairness bei knappen Torentscheidungen."

Harald Strutz (Präsident FSV Mainz 05): "Man hat erkannt, dass die Schiedsrichter Wert darauf legen, dass jedes zur Verfügung stehende technische Hilfsmittel eingesetzt wird. Es ging nicht um die Kostenfrage."

Christian Heidel (Manager FSV Mainz 05): "Das monetäre stand nicht im Vordergrund. Wir werden auch weiterhin genügend Gründe haben zu diskutieren. Es gab keine Argumente dagegen."

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): "Das ist ein klares Votum, und diesem Votum hat man sich zu beugen. Es wird sicherlich keine entscheidenden Veränderungen im Fußball geben. Das hat man zu respektieren, und das finde ich auch in Ordnung - wir haben dagegen gestimmt. Die Mehrheit hatte eine andere Auffassung. Dem schließen wir uns mit voller Überzeugung an."

Helmut Sandrock (DFB-Generalsekretär): "Die Entscheidung der Liga für die Torlinientechnologie ist konsequent und richtig. Wir werden uns jetzt damit befassen, wie wir das System auf den DFB-Pokal übertragen und dort zum Einsatz bringen können."

Herbert Fandel (Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses):"Für die Unparteiischen ist dies ein wichtiger Schritt, denn die Einführung der Torlinientechnologie bedeutet ein zusätzliches Stück Entscheidungssicherheit in der wichtigsten Entscheidung des Fußballs, Tor oder kein Tor."

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Felix Brych (FIFA-Schiedsrichter): "Ich habe seit Jahren betont, dass wir Schiedsrichter die Torlinientechnik befürworten. Darüber hinaus waren die Erfahrungen bei der WM in Brasilien äußerst positiv. Ich bin sehr froh, dass der Wunsch der Schiedsrichter mit der heutigen Entscheidung erfüllt worden ist. Die Torlinientechnik ist ein wichtiges Hilfsmittel im modernen Fußball, sie wird uns Schiedsrichtern den Job erleichtern."

Felix Zwayer (FIFA-Schiedsrichter): "Die technische und eindeutige Lösung hilft vor allem dem Fußball - nun auch in Deutschland. Und auch den Schiedsrichtern, die selbst bei menschlich nachvollziehbaren, zum Teil sogar kaum vermeidbaren Fehlwahrnehmungen, erheblicher Kritik ausgesetzt waren."

Florian Meyer (Schiedsrichter): "Von der Einführung der Torlinientechnologie profitieren alle in Deutschland am Fußball Beteiligten: Spieler, Verantwortliche, Fans und Schiedsrichter."

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