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Hübscher Schalke Co-Trainer Wurfgeschoss
Schalkes Co-Trainer Sven Hübscher erlitt eine blutende Platzwunde an der Stirn © Imago

Gelsenkirchen - Nach einer Attacke auf den Co-Trainer wird die Schalker Pleite gegen Köln zur Nebensache. Höwedes erwischt einen schwarzenTag.

Die Nachspielzeit auf Schalke lief, als es den großen Aufreger gab.

Ein Metallfeuerzeug wurde aus dem Fanblock geworfen und traf Sven Hübscher.

Schalkes Co-Trainer sackte blutend zu Boden und musste behandelt werden.

"Er hat eine Riesen-Platzwunde und musste genäht werden", berichtete Horst Heldt nach der 1:2-Pleite gegen den 1. FC Köln.

Schalkes Sportdirektor kündigte Konsequenzen an.

"Wir hoffen, den Täter zu ermitteln - mit Hilfe des Tickets und der Video-Aufnahmen. Und wir hoffen auf Hinweise von den vielen Leuten, die dort saßen. Das ist ein Unding, da riskiert jemand die Gesundheit", sagte Heldt.

Die Szene ereignete sich in der 89. Minute, als die Schalker ihre Aufmerksamkeit auf einen Zusammenprall zwischen S04-Torwart Ralf Fährmann und dem Kölner Thomas Bröker richteten.

Durch den Eklat geriet die schwache Vorstellung der Schalker in den Hintergrund.

Die Leistung gegen die Kölner bedeutete nach zuvor drei Pflichtspiel-Siegen wieder einen deutlichen Rückschritt.

Höwedes mit Doppelfehler

Besonders Kapitän Benedikt Höwedes war völlig von der Rolle. Wortlos stapfte der Weltmeister von dannen, den Doppelfehler durften seine Teamkollegen erklären.

"Da war ein bisschen Pech dabei", meinte Torhüter Ralf Fährmann zu den spielentscheidenden Patzern.

"Wenn du als Verteidiger einen Fehler machst, wird's sofort gefährlich."

Drei Tage nach dem umjubelten Achtelfinaleinzug in der Champions League hatte Höwedes mit zwei Aussetzern maßgeblichen Anteil an der ersten Bundesliga-Heimpleite der Königsblauen seit siebeneinhalb Monaten.

Erst legte der 26-Jährige bei einem missglückten Abwehrversuch dem Kölner Yannick Gerhardt den Ball vor, der den Torschützen Anthony Ujah freispielte (47.).

Lehmann trifft vom Punkt

Dann verursachte er mit einem Trikotzupfer gegen Pawel Olkowski den Elfmeter, den Matthias Lehmann zur Entscheidung nutzte (67.).

Der Kapitän, der sonst immer Rede und Antwort steht, schwieg diesmal. Drei andere Spieler waren von den Schalkern ausgewählt worden, sich nach dem Ausrutscher im Rennen um die erneute Qualifikation für die Königsklasse zu äußern.

Seit dem 0:5-Debakel gegen den FC Chelsea gibt es nur noch ausgesuchte Gesprächspartner für die Journalisten.

Fährmann und Heldt nehmen Kapitän in Schutz

Fährmann nahm Höwedes in Schutz. "Niemand macht ihm einen Vorwurf", sagte der Keeper.

Und auch Heldt schloss sich an: "Er hat nach dem Chelsea-Spiel mit guten Leistungen wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns stabilisiert haben. So ein Tag kommt vor."

Es lag nicht an den Fehlern des Weltmeisters allein, dass die Schalker erstmals seit dem 27. April (0:1 gegen Borussia Mönchengladbach) in der heimischen Arena wieder als Verlierer eines Bundesligaspiels vom Platz gingen.

Schalke wirkt müde

Die erste Heimniederlage in der Liga unter Trainer Roberto Di Matteo, zugleich die erste Pleite mit dessen neuem 3-5-2-System, war auch kollektiven Ermüdungserscheinungen geschuldet.

Beim dritten Spiel in acht Tagen mit dem immergleichen Personal, weil weiterhin fast eine komplette Mannschaft verletzt ausfällt, fehlten zunächst trotz deutlicher Überlegenheit die letzte Präzision und Konzentration.

Dann, nachdem Köln mit dem ersten Schuss in Führung gegangen war, wurden die Beine schwer. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Leroy Sane (85.) kam zu spät.

Erster Kölner Erfolg seit 21 Jahren

Selbst die Kölner wunderten sich ein bisschen, wie sie zu ihrem ersten Sieg auf Schalke seit 21 Jahren gekommen waren.

"Wir haben lange die Null gehalten und dann die wenigen Chancen eiskalt genutzt", fasste Lehmann treffend zusammen.

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